Auch ein Papst hat ein Recht auf Urlaub. Nach den ereignisreichen Monaten seiner Wahl zum neuen Pontifex und dem Beginn seines Pontifikats gönnt sich Leo XIV. nun eine Ruhepause. Am Sonntag zog er in die Sommerresidenz in Castel Gandolfo, 30 Kilometer südlich von Rom am Albanosee. Leo XIV. bricht damit mit der Gewohnheit seines Vorgängers Franziskus, der während seiner zwölfjährigen Amtszeit auf Sommerfrische verzichtet hatte, und wandelt auf den Spuren von Benedikt XVI., dem letzten Papst, der in Castel Gandolfo Urlaub gemacht hatte.

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Castel Gandolfo wurde seit dem frühen 17. Jahrhundert von den Päpsten als Sommerresidenz genutzt, in der die Kirchenoberhäupter drei bis vier Monate des Jahres verbrachten. Das Anwesen umfasst neben zwei Palästen – darunter die prunkvolle Villa Barberini – und parkähnlichen Anlagen auch landwirtschaftlich genutzte Flächen sowie Gebäude mit atemberaubendem Ausblick auf den Albanosee.
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Dem Papst winken hier einige Annehmlichkeiten, darunter ein von Johannes Paul II. in Auftrag gegebener Pool, der jetzt bereits wieder in Betrieb sein soll. Zusätzlich gibt es auf dem Gelände einen neuen Padel-Platz. Der Tennis-ähnliche Sport wird stets im Doppel gespielt. Teampartner und Gegner dürfte der begeisterte Freizeitsportler Leo XIV. problemlos finden – vielleicht unter den zahlreichen Sicherheitsleuten.
Nicht ausgeschlossen wird, dass der sportbegeisterte Papst Wanderungen um den See unternehmen und sogar dort schwimmen wird. Der Papst wird voraussichtlich auch die vatikanische Sternwarte besuchen, die sich in den Gärten der päpstlichen Sommerresidenz befindet. Sie zählt zu den weltweit ältesten Einrichtungen ihrer Art. Seit 1582 beobachten Astronomen aus dem Jesuitenorden den Himmel. Offiziell gegründet wurde die Sternwarte 1891 von Leo XIII.
Villa Barberini blickt auf lange Geschichte zurück
Die Villa Barberini wurde auf dem Gelände einer früheren Villa errichtet, die aus den Zeiten von Kaiser Domitian stammt. Im Jahr 1596 kaufte der Vatikan das Areal der Familie Savelli ab – den letzten Feudalherren des Gebiets. Im Jahr 1604 wurde Castel Gandolfo durch ein Dekret von Papst Clemens VIII. in die weltlichen Besitzungen des Kirchenstaates eingegliedert. Der Bau der Villa Barberini geht auf Papst Urban VIII. (1623-1644) zurück. Er beauftragte den angesehenen Architekten Carlo Maderno mit dem Entwurf der Villa, die das alte Schloss der Familie Savelli in den neuen Baukörper integrierte. Auch der dazugehörige Terrassengarten wurde in dieser Zeit angelegt.

Nach der Einnahme Roms durch das Königreich Italien im Jahr 1870 verfielen die Residenz und der Garten und blieben lange Zeit sich selbst überlassen. Erst 1929, nach Abschluss der Lateranverträge, die noch heute die Beziehungen zwischen dem italienischen Staat und dem Vatikan regeln, wurde Castel Gandolfo erneut zur Sommerresidenz der Päpste. Aus dieser Zeit stammt auch die Umgestaltung der 55 Hektar großen Gärten, wie man sie heute bewundern kann. Sie sind Besuchern zugänglich, ebenso wie ein Teil der Villa, der in ein Museum umgewandelt wurde.
In sieben Sälen sind Werke ausgestellt, die größtenteils aus der kaiserlichen Villa stammen. Bewundernswert sind die Bodenbeläge, die noch aus Räumen der antiken römischen Villa stammen, sowie Fragmente historischer Reliefs aus der Zeit des Kaisers Domitian und unterschiedliche Fundstücke aus seinem Privattheater, dessen Überreste noch im Park sichtbar sind. Die Villa beherbergt außerdem eine Sammlung von Athletenstatuen.
Castel Gandolfo: Urlaubsort begeistert über päpstlichen Besuch
Castel Gandolfo, eine Gemeinde mit rund 8.500 Einwohnern, freut sich nun, dass wieder ein Papst im Dorf urlaubt. Die Anwesenheit des neuen Pontifex wird Gläubige und Medienvertreter in die Ortschaft locken – davon erhoffen sich Restaurantbetreiber und Souvenirhändler Geschäft.
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An den kommenden beiden Sonntagen will Papst Leo XIV. sein Mittagsgebet auf dem Dorfplatz vor dem Papstpalast sprechen. Zudem sind Gottesdienste in der benachbarten Pfarrkirche San Tommaso da Villanova in Castel Gandolfo (am 13. Juli) sowie in der Kathedrale von Albano (am 20. Juli) geplant.
Zuletzt zogen sich Johannes Paul II. und Benedikt XVI. immer wieder in die auf 426 Metern Höhe gelegene Anlage zurück. Papst Franziskus hingegen blieb auch im Sommer lieber im Vatikan und reduzierte lediglich sein Arbeitspensum. Im Jahr 2016 ließ er den zentralen päpstlichen Palast in ein Museum umwandeln und richtete im Februar 2023 im Park eine Ökologie-Hochschule namens „Borgo Laudato si“ ein – inspiriert von seiner Enzyklika Laudato si. Sie zieht alljährlich Tausende Besucher an.







