Mehrere Passagiere eines Flugzeugs der Billig-Airline Ryanair sind am Flughafen von Palma de Mallorca in der Nacht zu Samstag leicht verletzt worden. Das britische Boulevard-Blatt „Mirror“ berichtete von einem Feueralarm, der kurz vor dem Start der Maschine nach Manchester ausgelöst worden sei. Der Alarm, der sich später als Fehlalarm herausstellte, führte zu panischen Szenen an Bord der Maschine. Fluggäste drängten über die Notausgänge ins Freie.

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Auf einem Video, das die betreffende Maschine aus der Ferne zeigt, ist zu sehen, wie mehrere Menschen aus einem Notausgang auf die Tragfläche des Flugzeugs gelangen und schließlich zwei bis drei Meter tief auf das Rollfeld springen. Dabei hätten sich 18 Fluggäste leicht verletzt, sechs von ihnen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Rauchentwicklung oder gar Flammen sind auf dem Video nicht zu sehen. Was den Feueralarm auslöste, war zunächst unklar.

Die Szenen zeigen auch, dass ein Großteil der Passagiere die Maschine regulär verlässt und anschließend über das Rollfeld Richtung Terminal geht. Rettungskräfte waren im Einsatz, um die Verletzten zu versorgen.

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Ryanair bestätigt Vorfall am Flughafen von Palma de Mallorca – „Sehr leichte Verletzungen“

Ryanair bestätigte den Vorfall gegenüber dem „Mirror“. In einem Statement heißt es: „Der Flug von Palma nach Manchester am 4. Juli brach den Start ab, weil eine falsche Feuerwarnleuchte angezeigt wurde. Die Passagiere wurden über die aufblasbaren Rutschen ausgeschifft und zum Terminal zurückgebracht. Beim Aussteigen zog sich eine kleine Anzahl von Passagieren sehr leichte Verletzungen zu (verstauchte Knöchel usw.) und die Besatzung forderte sofortige medizinische Hilfe an.“ Es seien zeitnah eine Ersatzmaschine gestellt worden. 

Manche Mittelstreckenjets haben keine Notrutschen an den Flügeln 

Evakuierungen über Tragflächen sind kein seltenes, aber ein potenziell gefährliches Verfahren – vor allem, wenn Notrutschen nicht verfügbar sind oder Panik ausbricht. Beides ist in solchen Situationen oft der Fall. Die Verletzungen reichen dann von leichten Prellungen bis hin zu Knochenbrüchen.

Der Vorfall auf Mallorca reiht sich damit ein in eine Serie ähnlicher Beinahe-Unfälle bei Notlandungen oder Fehlalarmen, bei denen Menschen auf die Tragfläche gelangten – teils unfreiwillig – und Verletzungen erlitten. Denn Mittelstreckenjets haben an den Flügeln oft einfach gar keine aufblasbaren Notrutschen. Die Passagiere müssen dort dann eben springen oder sich über die ausgefahrenen Landeklappen nach unten gleiten lassen. 

So wurde bei einer Maschine von Southwest Airlines im März 2018 auf dem Weg von Phoenix nach Dallas eine Notlandung in Albuquerque nötig, nachdem sich ein merkwürdiger Geruch und Rauch in der Kabine verbreitet hatte und ein Brandwarnsignal ausgelöst worden war. Die Passagiere, die über die Notausgänge über den Tragflächen evakuiert wurden, mussten in die Tiefe springen. Damals wurden zwei Menschen verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

bee/dpa