Stühle und Sessel übereinandergestapelt, überall Schlamm und Morast: Die einst elegant im japanischen Stil eingerichteten Innenräume – ausgestattet mit Ahorn-, Tannen-, Ebenholz- und Lederelementen – sind nicht wiederzuerkennen. So präsentiert sich die „Bayesian“, das Segelschiff, das im vergangenen August vor der Küste von Porticello zur tödlichen Falle für sieben Menschen wurde und nun – nach zehn Monaten in 50 Metern Tiefe – wieder an die Oberfläche gebracht worden ist.
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Erste Untersuchung der geborgenen Yacht durch die Staatsanwaltschaft
Die Gutachter der Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Termini Imerese haben am Freitag eine erste Besichtigung des Schiffes durchgeführt, das in der Nacht des 19. August des Vorjahres in den Gewässern von Porticello nahe Palermo gesunken war und vergangene Woche geborgen wurde. Die Luxusjacht ist nach der langen Zeit auf dem Meeresgrund vollständig mit Schlamm bedeckt. Das teure Material, mit dem sie gebaut wurde, ist vollständig zerstört.

Techniker der Staatsanwaltschaft und Sachverständige der Zivilparteien betraten das geborgene Schiff nach einer aufwändigen Bergungsaktion, die 25 Millionen Euro kostete und am vergangenen Wochenende abgeschlossen wurde.
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18.000 Liter Diesel an Bord der „Bayesian“ müssen geleert werden
Die Bayesian muss nun gereinigt werden; danach folgen weitere Untersuchungen. Wegen des Schiffsunglücks wird gegen den Kapitän und zwei Besatzungsmitglieder ermittelt. In der Unglücksnacht kamen an Bord des Segelschiffs der britische Tech-Milliardär Mike Lynch und seine Tochter Hannah, der Bankier Jonathan Bloomer und seine Frau Anne Elizabeth Bloomer, der Manager Chris Morvillo und seine Ehefrau Neda Nassiri sowie der Bordkoch Recaldo Thomas ums Leben. Letzterer wurde als Erster geborgen – außerhalb der Jacht.

Nach der Bergung wurde die Bayesian vorsichtig auf eine Stahlplattform im sizilianischen Hafen von Termini Imerese gesetzt. Staatsanwaltschaft und Sachverständige haben nun Zugang zum Wrack, das in den kommenden Tagen weiter gründlich untersucht werden soll. Geplant sind unter anderem Kontrollen des Rumpfes, der bisher keine Lecks aufweist. Parallel dazu wird der Treibstofftank, der noch etwa 18.000 Liter Diesel enthält, geleert – ein äußerst heikler Vorgang.

Mysteriöse Zwischenfälle verstärken Ruf als „verwunschenes Schiff“
Inzwischen bestätigt die Bayesian ihren Ruf als „verwunschenes Schiff“: Nachdem im Mai ein niederländischer Taucher bei der Bergung ums Leben gekommen war, erlitt ein mit dem Gutachten beauftragter Ingenieur diese Woche einen schweren Autounfall. Er musste ins Krankenhaus eingeliefert werden, schwebt aber nicht in Lebensgefahr. An der ersten Besichtigung des Wracks konnte er dennoch nicht teilnehmen. Die Bewertungen der Gutachter sollen der Staatsanwaltschaft wichtige Hinweise zur Ursache des Schiffsunglücks liefern. Neben der menschlichen Tragödie geht es auch um erhebliche wirtschaftliche Interessen.
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Familien der Todesopfer fordern Schadenersatz in Millionenhöhe
Allein der finanzielle Hintergrund des Unglücks dürfte dafür sorgen, dass im zu erwartenden langwierigen Verfahren in Italien kaum ein Detail unbeachtet bleibt. Nach ersten Schätzungen steht ein Streitwert von mindestens 150 Millionen Euro im Raum. Die Familien der sieben Todesopfer streben Schadenersatz an – die Gesamtsumme der Forderungen könnte über 40 Millionen Euro betragen. In Termini Imerese läuft derzeit ein Strafverfahren, in dessen Verlauf auch zivilrechtliche Ansprüche geltend gemacht werden können.

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Die Versicherer dürften voraussichtlich für die Kosten der Bergung und möglicher Schadenersatzforderungen aufkommen – solange keine vorsätzliche Schuld nachgewiesen wird.








