Das Bergdorf Brienz steht erneut unter höchster Alarmbereitschaft: Seit Freitag gilt die Warnstufe Rot. Bewohner dürfen den Ort derzeit nicht betreten. Grund ist die akute Gefahr eines Felssturzes. Geologen warnen, dass sich in den kommenden Wochen gewaltige Gesteinsmassen lösen könnten. Bereits in der Vergangenheit war Brienz wegen instabiler Hänge mehrfach evakuiert worden.

Worst-Case-Szenario: Für die Ortschaft wären die Folgen verheerend

„Im schlimmsten Fall könnten so bis zu 2,2 Millionen Kubikmeter Gesteinsmasse hinunter zum Dorf und weiter Richtung Albula stürzen und schwere Schäden verursachen“, teilte der Krisenstab mit. Abstürzende Felsmassen könnten im schlimmsten Fall eine Auslaufzone von rund 700 Metern Breite und damit das Dorf Brienz/Brinzauls erreichen.

Durch starke Regenfälle im Mai und am Pfingstwochenende sei die Gefahr eines großen Bergsturzes deutlich gestiegen. Die Gemeinde sei über die aktuellen Entwicklungen besorgt.

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2023 blieb das Dorf nur knapp von der Lawine verschont

Das Dorf war bereits 2023 geräumt worden. Damals ging schon eine Schuttlawine mit geschätzt 1,2 Millionen Kubikmetern Schutt und Geröll ab, die aber wie durch ein Wunder kurz vor dem Dorf stoppte. Die Bewohner konnten zeitweise zurück.

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Ende Mai war das Dorf Blatten im Kanton Wallis von einer gewaltigen Eis-, Fels- und Schuttlawine fast vollständig verschüttet worden. Der Schuttkegel dort wird auf neun Millionen Kubikmeter geschätzt. Dort war über Wochen Fels abgebrochen und auf einen tieferliegenden Gletscher gestürzt. Dieser brach am 28. Mai ab und donnerte mitsamt dem Felsmaterial ins Tal. Die rund 300 Einwohner waren vorher in Sicherheit gebracht worden.

mit dpa