In einem Dorf in Nigeria in Afrika haben bewaffnete Angreifer zahlreiche Menschen getötet. Während ein Regierungssprecher laut lokalen Medien von etwa 45 Toten spricht, berichtet der Gemeindevorsteher des Dorfes von rund 200 Opfern. Die Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ geht von mehr als 100 Getöteten sowie Verletzten und Vermissten aus. Auf der Plattform X schreibt die Organisation: „Viele Familien wurden eingesperrt und sind in ihren Schlafzimmern verbrannt.“

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Das Massaker ereignete sich nach Angaben der Polizei am Samstagmorgen im Dorf Yelewata im zentralnigerianischen Bundesstaat Benue. Dorfbewohner wurden erschossen oder verbrannten in ihren Unterkünften. Unter den Toten befinden sich Familien mit Kindern, Flüchtlinge sowie entsandte Sicherheitskräfte. Genaueres über die Angreifer ist bislang nicht bekannt.

Nigeria: Konflikt wird durch Klimawandel verschärft

Der Hintergrund der Tat liegt in einem langjährigen, gewaltsamen Konflikt zwischen muslimischen Viehhirten und christlichen Dorfgemeinschaften. Durch den Klimawandel sind die Hirten zunehmend gezwungen, nach Süden zu ziehen, um Weideflächen für ihr Vieh zu finden. Dabei verüben sie immer wieder brutale Angriffe auf Bauern, um diese von ihrem Land zu vertreiben. Gleichzeitig kommt es auch zu Vergeltungsangriffen gegen die Hirten.

In Nigeria leben nahezu gleichermaßen Christen und Muslime. Der Islam ist vor allem im Norden des Landes verbreitet, während Christen den Süden dominieren. Die zentrale Region Nigerias, in dem auch das angegriffene Dorf liegt, ist religiös durchmischter – das verschärft die Konflikte in der Region.

„Amnesty International“ kritisierte die nigerianische Regierung dafür, nicht ausreichend gegen die zunehmende Gewalt vorzugehen. Präsident Bola Tinbu hatte bei seinem Amtsantritt vor zwei Jahren versprochen, die Sicherheitslage im Land zu verbessern. Dennoch bleibt die Unsicherheit, auch aufgrund der Aktivitäten dschihadistischer Gruppen wie Boko Haram im Nordosten, ein großes Problem. Seit 2009 hat es laut deutschem Verteidigungsministerium im Kampf gegen die Boko Haram rund 30.000 Tote gegeben.

Papst spricht im Vatikan über das Massaker

Innerhalb des Landes sind dem Bundesverteidigungsministerium zufolge rund 2,2 Millionen Menschen auf der Flucht, die Hälfte davon sind Kinder. Etwa 200.000 Nigerianer sind nach Niger, Kamerun und Tschad geflohen.

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Papst Leo XIV. hatte sich am Sonntag bei einer Ansprache im Vatikan erschüttert über das Massaker gezeigt. Der Papst sprach wie der Gemeindevorsteher des Dorfes von 200 Toten. Unter den Opfern seien vor allem Binnenflüchtlinge, die von der örtlichen katholischen Mission aufgenommen worden seien. Er bete für Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit in Nigeria.

dpa/KNA/emi