Mehr als eine Million Euro gewann Patricia S. im Lotto. Damals 50 Jahre alt. Eine Menge Geld, das die Hausfrau aus einer Gemeinde im Landkreis Dachau in Bayern innerhalb weniger Jahre verprasste. Um sich finanziell wieder besser aufzustellen, soll die heute 58-Jährige den Mord an ihrem Ehemann in Auftrag gegeben haben. Der Fall wird am Landgericht München II verhandelt. S. Mann erlitt massive Verletzungen durch den Mordversuch. Und: Sie soll Helfer gehabt haben

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Der Frau wird vorgeworfen, einen Auftragskiller aus Bulgarien für den Mord an ihrem Mann engagiert zu haben. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Beim Ehemann von Patricia S. handelt es sich um einen wohlhabenden Privatier. Um an sein Geld zu kommen, sollte er, wie es in der Anklage heißt, sterben.
Mord an Ehemann beauftragt: Patricia S. schweigt
Patricia S. sitzt seit Dienstag dieser Woche unter anderem wegen versuchten Mordes auf der Anklagebank des Schwurgerichts. Doch sagen möchte sie zu den Vorwürfen nichts. Sie schweigt. Doch sie sitzt dort nicht allein. Mit ihr angeklagt, ist ihre Tochter aus erster Ehe, Cindy W. Die 29-Jährige soll maßgeblich an dem mutmaßlichen Auftragsmord beteiligt gewesen sein.
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Es zeichnet sich ab, dass hier ein ganzes Team aus Familienmitgliedern bei der Planung geholfen haben könnte. Denn außerdem muss sich der Lebensgefährte der Tochter, der 34 Jahre alte Kraftfahrer Nikolay B., wegen versuchten Mordes verantworten. Ihm soll die Aufgabe zugekommen sein, den mutmaßlichen Killer zum Haus des Ehemannes zu fahren.
Angeklagte schweigen beim Prozessauftakt in München
Der beauftragte Radi S. ist 33 Jahre alt und von Beruf eigentlich Finanzdienstleister. Zum Prozessauftakt ließen die drei ebenso wie Patricia S. über ihre Verteidiger erklären, dass sie weder zu ihrer Person noch zu den Vorwürfen etwas sagen werden.
Patricia S. und ihrer Tochter Cindy W. werden auch Diebstahl und gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Im Internet sollen beide teure Gegenstände wie Designer-Handtaschen oder Markenuhren zum Verkauf angeboten haben. Bei einer Dior-Tasche, die für 3500 Euro an einen Bieter verkauft worden war, solle es sich um eine billige Kopie gehandelt haben.
Mutter und Tochter auch wegen Betrugs angeklagt
Noch dreister: Beim Verkauf einer angeblichen Apple-Watch befand sich im Paket – bekommen haben, sollen die beiden Frauen für den Handel mehr als 400 Euro – lediglich Papier und Küchenrolle, so die Vorwürfe. Durch ihre Betrügereien sollen Mutter und Tochter mehrere Tausend Euro ergattert haben. Doch zum Leben solle dies ihnen nicht gereicht haben.
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Da sich Patricia S. eh von ihrem Mann habe trennen wollen, kam der Familie die Idee zum Mord, um an das Vermögen des 56-Jährigen zu kommen. Auftragskiller Radi S. soll dabei ein Bekannter von Nikolay B., dem Freund der Tochter Cindy, gewesen sein. Diesem sollen sie 50.000 Euro für seine „Arbeit“ geboten haben.
Radi S. soll dafür bekannt sein, Gewalt anzuwenden
Radi S. solle in Bulgarien dafür bekannt sein, dass er Schulden eintreibe, zur Not auch mit Gewalt. Also reisten S., ihre Tochter sowie deren Lebensgefährte nach Bulgarien, um ihm den Deal vorzuschlagen. Wenig später sollen sie alle gemeinsam mit Radi S. zurück nach Deutschland gefahren sein. Zwei Wochen später sei das Quartett dann zur Tat geschritten – ausgeführt durch Radi S..
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Patricia S.‘ Mann solle von Radi S. im Garten des Hauses überrascht worden sein. Mehrfach soll er auf ihn mit einer Axt eingeschlagen haben. Doch der Angegriffene wehrte sich. Ein Nachbar war zudem auf das Geschehen aufmerksam geworden. Weshalb der Auftragskiller geflohen sein soll. Mit schlimmen Verletzungen an Kopf und Gesicht überlebte der 56-Jährige die Attacke. Er hat sich inzwischen von S. scheiden lassen.
Laut Anklage sei von dem Lottogewinn, der Patricia S. 2018 satte 1,2 Millionen Euro eingebracht hatte, fünf Jahre später nichts mehr da gewesen sein. Ein eigenes Einkommen habe S. jedoch nicht gehabt, wie es weiter hieß. Ein Urteil wird im Juli erwartet.








