Zuerst war der Wolf verdächtigt worden. Seitdem er sich wieder in Deutschland wohlfühlt, hatte Isegrim bei Viehzüchtern große Schäden angerichtet. Nun könnte ihm ein kleineres Raubtier Konkurrenz auf seinen Streifzügen machen. Ein Goldschakal soll auf Sylt insgesamt 76 Lämmer gerissen haben. Eine erste Sichtung des kleineren Schakals hatte es vor ein paar Jahren gegeben. Die Art ist streng geschützt. Doch die Behörden hindert das nicht.

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Sie planen, das Tier zum Abschuss freizugeben. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Weil ein Goldschakal über mehrere Tage im Mai dieses Jahres Lämmer getötet haben soll, soll nun ebenfalls sein letztes Stündlein schlagen. Laut des Landesumweltamts in Kiel werde eine Ausnahmegenehmigung vorbereitet. Begründet wird dies mit dem Küstenschutz der grasenden Deichschafe sowie dem Schutz bodenbrütender Vögel.

Gen-Probe überführte Goldschakal

Ein Goldschakal im Donaudelta. Ihre Ausbreitung führt auch in Rumänien zu Diskussionen.
Ein Goldschakal im Donaudelta. Ihre Ausbreitung führt auch in Rumänien zu Diskussionen.© Mihai Marinov/DDNI/dpa | Unbekannt

Die toten Schafe waren dem Wolfsmanagement gemeldet worden, der anhand einer Gen-Probe den Wolf als Täter ausschließen konnte. Stattdessen offenbarte das Ergebnis den kleineren Goldschakal. Die Tiere sind größer als Füchse und gelten ebenfalls als anpassungsfähiger Allesfresser. In der Regel stehen Vögel, kleine bis mittelgroße Säugetiere, Insekten, Aas und Beeren auf ihrem Speiseplan.

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Die Tiere dürfen wegen europäischer und nationaler Artenschutzgesetze nur in Sonderfällen und mit Ausnahmegenehmigung getötet werden. Eine solche solle durch das zuständige Landesamt für Umwelt erlassen werden, hieß es weiter. Dafür ist jedoch zunächst eine Anhörung durch Naturschutzverbände erforderlich, die nun zur Stellungnahme aufgerufen sind.

Wie kam der Goldschakal auf die Nordseeinsel Sylt?

Wie gelang der Goldschakal eigentlich auf die Nordseeinsel Sylt? Das erste Mal in Deutschland nachgewiesen worden, war er 2017 in Brandenburg. In Schleswig-Holstein gab es vor den Vorfällen auf Sylt seit 2017 insgesamt acht Nachweise. Auf die Insel kam das Tier, das weite Strecken zurücklegen kann, womöglich über das Wattenmeer. Bei Ebbe ist eine Ausbreitung von Dänemark oder Nordfriesland denkbar.

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Möglich ist aber auch, dass das Tier den Hindenburgdamm nutzte. Ein Eisenbahndamm, der auch von Tieren genutzt wird.