Ein Mann aus dem bayerischen Pfaffenhofen (Oberbayern) ist gestorben, ein weiterer liegt schwer erkrankt im Krankenhaus – beide hatten sich mit dem Borna-Virus (BoDV-1) infiziert. Lange galt dieser Erreger als Tierseuche. Doch seit einigen Jahren ist bekannt, dass sich auch Menschen damit anstecken können. Der Krankheitsverlauf endet oft tödlich.

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Übertragen wird das Virus von einem eher unscheinbaren Tier. Feldspitzmäuse tragen den Erreger dauerhaft in sich und scheiden ihn über Kot, Urin, Speichel oder die Haut aus – ohne selbst krank zu werden. Für Menschen dagegen kann eine Infektion mit einer schweren Gehirnentzündung, der sogenannten Enzephalitis verheerend enden, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitteilt.

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Typisch sind anfangs grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit. Doch binnen weniger Tage folgen Sprachstörungen, Verwirrtheit und Krampfanfälle. Die meisten Betroffenen fallen schließlich ins Koma. Von den bisher bekannten Erkrankten (einige Dutzend) in Deutschland überlebten nur vier, meist mit schwersten bleibenden Schäden.

Übertragungsweg des Bornavirus unklar – Was Forscher vermuten

Rund 90 Prozent der bislang dokumentierten Fälle stammen aus ländlichen Regionen in Bayern wie Oberbayern, Niederbayern oder der Oberpfalz. Warum ausgerechnet dort, ist unklar. Die meisten Betroffenen hatten keinen erkennbaren Kontakt zu Spitzmäusen. Der Übertragungsweg auf den Menschen ist ebenfalls noch nicht eindeutig geklärt. Denkbar sind kontaminierte Böden, Staub, Wasser oder infizierte Tiere wie Hauskatzen, die Spitzmäuse jagen.

Seit der Borna-Virus erstmals 2018 beim Menschen nachgewiesen wurde, haben sich bundesweit mehrere Dutzend Fälle bestätigt. Laut Robert Koch-Institut werden dem Gesundheitsamt seit 2020 bis zu sechs akute Infektionen pro Jahr gemeldet. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bislang nicht belegt.

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Selten aber gefährlich: Wie sie sich vor dem Borna-Virus schützen können

Trotz der Seltenheit gilt BoDV-1 unter Expertinnen und Experten als gefährlicher Erreger: Weil die Erkrankung so rasch und heftig verläuft und weil es weder Impfstoffe noch eine spezifische Behandlung gibt. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und das RKI empfehlen einfache Vorsichtsmaßnahmen:

  • Kontakt mit Spitzmäusen vermeiden, lebend oder tot
  • Kein Füttern von Tieren im Außenbereich, das Mäuse anlocken könnte
  • Tote Tiere mit Handschuhen und Maske entsorgen (FFP2 oder KN95), vorher mit Reinigungsmittel besprühen
  • Nach staubigen Arbeiten duschen, Kleidung waschen

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Gerade in ländlichen Regionen mit häufigerem Kontakt zur Natur sei Aufmerksamkeit geboten, heißt es aus der Gesundheitsbehörde.

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