Rund um die feierliche Messe zur Amtseinführung von Papst Leo XIV. soll es auch ein Treffen mit US-Vizepräsident JD Vance geben. Das bestätigte der Vatikan zwei Tage vor dem großen Gottesdienst am Petersplatz. Noch vor der Messe sollen die beiden aufeinandertreffen.

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Für den amerikanischen Vizepräsidenten ist es eine schnelle Rückkehr nach Rom: Er war bereits im April in der Ewigen Stadt und hatte dort als letzter internationaler Spitzenpolitiker Papst Franziskus vor dessen Tod getroffen. Dass Vance die amerikanische Delegation an diesem Wochenende anführt, kann auch als Versuch interpretiert werden, die Wogen zu glätten.

Denn in der Vergangenheit gab es immer wieder grundlegende Differenzen zwischen dem US-Vize und Kardinal Robert Prevost, dem neuen Papst. Diese Spannungen spiegeln sich vor allem in ihrer Haltung zu Migration, christlicher Nächstenliebe und der Rolle der Kirche in der Politik wider.

Papst Leo und JD Vance: Treffen im Vatikan birgt Konflikte

Ein zentraler Streitpunkt dabei ist die Migrationspolitik der Trump-Regierung, die Vance als Vizepräsident unterstützt. Kardinal Robert Prevost kritisierte die Abschiebungen der US-Administration scharf. Bereits vor seiner Wahl zum Papst äußerte er sich in sozialen Netzwerken kritisch gegenüber den harten Einwanderungsmaßnahmen.

Ein konkreter Konflikt entstand, als Vance die „America First“-Politik mit dem theologischen Konzept des sogenannten „ordo amoris“ (Ordnung der Liebe) rechtfertigte. Er argumentierte, dass man zuerst seine Familie, dann die Gemeinschaft und schließlich das eigene Land lieben solle. Schon Papst Franziskus, unterstützt von Kardinal Prevost, widersprach dieser Interpretation und betonte, dass christliche Liebe allen Menschen ohne Ausnahme gelten müsse, wie im Gleichnis vom barmherzigen Samariter dargestellt.

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Bei dem bilateralen Treffen am Sonntag dürfte es auch um internationale Krisenherde gehen, etwa den seit mehr als drei Jahren währenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Nachdem direkte Verhandlungen zwischen Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in dieser Woche in der Türkei nicht zustande gekommen waren, bietet sich der Vatikan als möglicher Ort für Gespräche an.

les/dpa