Thomas Gottschalk, der König der großen Auftritte, geht nun endgültig. Vielleicht. Vermutlich. Er betont es zumindest erneut. Der Showmaster verkündete sein TV-Aus in der Primetime – live im TV und auf Instagram. Angesichts der Vergangenheit schwingt die Frage mit, ob es diesmal wirklich endgültig ist.

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Doch ein anderer Aspekt wirft zusätzlich ein bezeichnendes Licht auf die Person Gottschalk, denn der nannte sich bei der Verkündung seines Abschieds gleich mal in einem Atemzug mit dem Papst. Er habe immer gesagt, wenn der Papst jünger sei als er, dann sei für ihn die Sache gelaufen, so Gottschalk. „Jetzt ist der Papst jünger als ich.“

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Dieser Vergleich offenbart eine bemerkenswerte Selbstwahrnehmung, ja fast schon eine sakrale Überhöhung der eigenen Rolle. Er zeugt von einem immensen Selbstbewusstsein. Man darf sich fragen: Ging da über die Jahre im Rampenlicht die Bodenhaftung ein wenig verloren? Wozu diese Selbstgefälligkeit?

Anne-Kathrin Neuberg-Vural
Anne-Kathrin Neuberg-Vural, Redakteurin Ratgeber & Wissen im Ressort Leben der Funke Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Die wiederholten Abschiede bekommen vor diesem Hintergrund eine zusätzliche Dimension. War es die Sorge vor der Bedeutungslosigkeit, die Gottschalk immer wieder zurückkehren ließ, oder doch eher das Gefühl einer unersetzlichen Rolle, die er in der deutschen Fernsehlandschaft innehatte – ähnlich einem Oberhaupt, dessen Rücktritt schwere Folgen hätte?

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Unbestreitbar ist, dass Gottschalk die deutsche Fernsehlandschaft über Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat. Seine Spontanität, seine Schlagfertigkeit und sein Talent, ein Millionenpublikum zu unterhalten, sind einzigartig. Doch irgendwann wird der Vorhang unweigerlich fallen. Und dann stellt sich die Frage, wie Thomas Gottschalk in Erinnerung bleiben wird: Als die unbestrittene Ikone des Samstagabendfernsehens – oder als selbstgefälliger alter Mann, dessen immenses Ego seine Leistungen überschattet.