Das deutsche TV-Publikum hat Thomas Gottschalk in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach verabschiedet: 1992 sagte er erstmals Tschüss bei „Wetten, dass..?“, 2011 erneut, und 2023 dann wohl endgültig. Dennoch blieb er regelmäßig im Fernsehen präsent. Nun macht die Fernsehlegende offenbar endgültig Schluss – zumindest in der Primetime. Er verkündete live im TV das Ende seiner Show-Karriere in der Samstagabendunterhaltung, dem wichtigsten Sendeplatz.

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In der RTL-Show „Denn sie wissen nicht, was passiert“ sagte Gottschalk: „Ich habe 35 Jahre lang den Samstagabend betreut und im Griff gehabt.“ Und er zog einen großen Vergleich heran. „Ich habe immer gesagt, wenn der Papst jünger ist als ich, dann ist für mich die Sache gelaufen“, so der Moderator. Der neue Papst Leo XIV. ist 69 Jahre alt.
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„Ich werde am nächsten Sonntag (18. Mai) 75 und das ist für einen Moderator der Punkt, wo man sagen sollte, man nimmt sich selber raus“, sagte der 74-Jährige in der Show, die er mit Barbara Schöneberger und Günther Jauch moderiert. Damit geht eine Ära zu Ende, in der er für viele Jahre eine zentrale Rolle im deutschen Unterhaltungsfernsehen spielte – allem voran mit „Wetten, dass..?“. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.
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Thomas Gottschalk: TV-Legende verkündet Show-Aus
„Ich habe 35 Jahre lang den Samstagabend betreut und im Griff gehabt“, sagte Gottschalk kurz vor dem finalen Spiel. Vom Studio-Publikums gab es stehende Ovationen. Er ergänzte: „Ich war dabei, als der sich verabschiedet hat.“ Auch auf Instagram betonte Gottschalk am Sonntag noch einmal: „Das war kein Witz mit meinem Abschied.“ Er blicke auf viele Samstagabende zurück, die er mit seinem Publikum gefeiert habe und für die, lasse er sich jetzt feiern. „Das war’s mit Entertainment. I’m retired.“
Trotzdem wird Gottschalk am 6. Dezember 2025 um 20.15 Uhr noch bei RTL in einer Abschiedssendung auftreten. Barbara Schöneberger betonte, man werde es dem Show-Dino dann „richtig schön“ machen. Günther Jauch hatte davon auch bereits eine ganz konkrete Vorstellung: „Du darfst entweder den ganzen Abend moderieren oder gar nicht moderieren“, sagte er. Nur gar nicht zu kommen, das gehe nicht.
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Gottschalk zählt zu den bekanntesten Showmastern Deutschlands – oft genannt in einem Atemzug mit Rudi Carrell, Hans Rosenthal, Joachim Fuchsberger und Hans-Joachim Kulenkampff. Von diesen Größen ist neben ihm nur noch Frank Elstner (83) als aktiver Zeitzeuge geblieben, der Erfinder der Kultshow „Wetten, dass..?“.
Gottschalk: Von „Wetten, dass..?“ bis „Das Supertalent“ präsent
Jahrelang moderierte Gottschalk den ZDF-Showklassiker. In den Hochzeiten erreichte die Sendung um die 20 Millionen Zuschauer. Aber auch abseits von „Wetten, dass..?“ blieb Gottschalk aktiv. Mit 70 Jahren gewann er etwa in der ProSieben-Show „Wer stiehlt mir die Show?“ gegen Joko Winterscheidt – unter anderem, weil er sich korrekt an Hammer und Zirkel auf der DDR-Flagge erinnerte. Das machte ihn zum Gastgeber der Sendung.
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Zuletzt war er unter anderem regelmäßig gemeinsam mit Jauch (68) und Schöneberger (51) am Samstagabend bei RTL zu sehen. Seit 2018 gehörte zum festen Team von „Denn sie wissen nicht, was passiert“ – dem Nachfolgeformat von „Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen alle“ aus dem Jahr 2013. Bereits 2012 war er Jurymitglied bei „Das Supertalent“. In den 1990er Jahren moderierte er bei RTL außerdem seine eigene Late-Night-Show.
Gottschalk wurde aber längst nicht von allen nur gefeiert. So sorgte er etwa für Aufsehen, als er sich in einer Livesendung die Hose auszog und um eine Kniemassage bat. Vor allem in letzter Zeit stand er zudem in der Kritik – unter anderem für Aussagen zu gesellschaftlichen Themen, bei denen ihm Sexismus und mangelnde Sensibilität vorgeworfen wurden. In einem Interview sagte er beispielsweise: „Ich betrete heute auch keinen Aufzug mehr, in dem nur eine Frau steht. Was mache ich, wenn sie im 2. Stock raus rennt und sagt #metoo, der hat mich angefasst?“. Mehr Selbstreflexion über die Wirkung seine Worte wäre hier sicherlich hilfreich gewesen.
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Doch Gottschalk sieht das anders: In seinem Buch „Ungefiltert“ holt er zum Rundumschlag aus. Er äußert sich zum Showbusiness, zur Influencer-Szene, zum Gendern und zur Generation Z. – und spricht auch hier offenbar frei von der Leber weg. Er nehme keine Rücksicht mehr darauf, ob das, was er sage, politisch korrekt sei, sagte Gottschalk gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „In meinem Alter muss man nicht mehr ‚cool‘ sein, das war ich mein Leben lang“, so seine Begründung.
(mit dpa)







