Der bekannte Gangster-Rapper Xatar (bürgerlich Giwar Hajabi) ist tot. Der Musiker sei am Donnerstagabend tot in einer Kölner Wohnung aufgefunden worden, teilte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.
Staatsanwaltschaft untersucht Todesursache
Wie die dpa weiter berichtet, hat die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren aufgenommen. Es soll klären, ob es Hinweise auf „ein strafrechtlich relevantes Fremdverschulden“ am Tod des Rappers gibt. Zu diesem Zweck sei auch eine Obduktion durchgeführt worden. „Zeichen äußerlicher Gewalteinwirkung haben sich dabei nicht feststellen lassen“, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Untersuchungen dauerten aber an.
Auch Rap-Kollegen Farid Bang und Haftbefehl bestätigten den Tod des Musikers jeweils in einem Instagram-Post. „Du hast Deutschrap als eine der größten Rap Legenden verlassen, ich werde dich immer gut in Erinnerung behalte“, schrieb Farid Bang zu einem gemeinsamen Foto der beiden Rapper. Xatar wurde nur 43 Jahre alt.
Ein Überfall machte Xatar berühmt
Xatar wurde 1981 im Iran geboren und kam mit seinen Eltern über den Irak und Frankreich 1985 nach Deutschland. Er wuchs in Bonn auf, entdeckte dort seine Liebe zur Musik und gründete 2007 das Label „Alles oder Nix Records“. Dort nahm er unter anderem die Szenegrößen SSIO und Schwesta Ewa unter Vertrag. Xatar, der Künstlername ist das kurdische Wort für „Gefahr“, veröffentlichte 2008 sein erstes Album „Alles oder nix“, das allerdings kurz nach der Veröffentlichung indiziert wurde. Grund waren unter anderem die drastischen Gewaltbeschreibungen in einzelnen Songtexten.
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Aber auch außerhalb der Musikszene sorgte Xatar für Aufsehen. 2009 überfiel er mit drei Komplizen einen Goldtransporter. Er erbeutete Gold im Wert von etwa 1,7 Millionen Euro und floh anschließend in den Irak. 2010 wurde er nach Deutschland ausgeliefert, während des Prozesses gestand er 2011 die Tat und wurde zu acht Jahren Haft verurteilt. Das Gold konnte nie gefunden werden, Xatar behauptete stets, er wisse nicht, wo es sei. Im Gefängnis arbeitete der Musiker als Produzent, in Haft erschien sein zweites Album.
Nicht nur in der Musik war Xatar erfolgreich
2014 wurde er vorzeitig entlassen, seitdem veröffentlichte er drei weitere Alben, mit zwei davon schaffte er es für mehrere Wochen auf den ersten Platz der deutschen Charts. Auch viele von ihm produzierte Alben waren finanziell erfolgreich. 2022 erhielt er bei den HipHop.de-Awards einen Preis für sein Lebenswerk, er galt als einer der einflussreichsten deutschen Rapper.

Außerhalb der Musik konnte Xatar ebenfalls große Erfolge feiern. Seine 2015 erschiene Autobiografie wurde ein Bestseller, außerdem spielte er in mehreren Filmen mit. Auch sein eigenes Leben wurde 2022 mit dem Titel „Rheingold“ (Regie und Drehbuch: Fatih Akin) verfilmt. Er hinterlässt seine Frau Farvah. Nach eigenen Angaben hat das Paar fünf gemeinsame Kinder.





