Manuela Tolaini kann es nicht fassen. Zusammen mit ihrem Mann betreibt sie in der bekannten Badeortschaft Marina di Carrara im Herzen der Toskana einen Badestrand mit 150 Sonnenschirmen. Genau dort, wo im Januar die „Guang Rong“ bei starkem Seegang auf Grund gelaufen und gegen einen Pier gekracht war. Seither versperrt das Wrack des rund 100 Meter langen Baggerschiffs den Strandbesuchern die Sicht.

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Tolaini, deren Familie die Badeanstalt schon seit 1946 betreibt, bangt um ihre Existenz. Die Einheimischen machen sich Sorgen, dass das Schiff noch den ganzen Sommer vor der Küste liegen bleiben könnte. Denn der zypriotische Eigentümer des Schiffes hat der Gemeinde noch keinen Bergungsplan vorgelegt. Das Schiff wurde inzwischen von der italienischen Staatsanwaltschaft konfisziert, die die Ermittlungen um das Unglück führt. Unklar ist noch, ob man im Sommer in Marina di Massa wird baden können.
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Die „Guang Rong“ war mit einer Ladung von mehreren Tonnen Schutt und Gestein an Bord umgekippt. Die zwölf Besatzungsmitglieder konnten alle unverletzt gerettet werden. Sorge bereiteten den Behörden die 102 Tonnen Treibstoff im Wrack, doch das Öl konnte rechtzeitig abgepumpt und eine Katastrophe abgewendet werden. Gegen den Schiffskapitän laufen wegen der Havarie Ermittlungen wegen Fahrlässigkeit.

„Wir erleben im Kleinen das Drama der ‚Costa Concordia‘ vor der Insel Giglio. Zum Glück ist in diesem Fall niemand ums Leben gekommen“, sagt Strandbad-Betreiberin Tolaini gegenüber Medien. Die „Costa Concordia“ war am 13. Januar 2013 vor der Küste der toskanischen Insel Giglio havariert. Bei dem Unglück verloren 43 Personen, darunter zwölf deutsche Passagiere, ihr Leben. Monate vergingen, bis das Kreuzfahrtschiff gehoben und nach Genua zur Abwrackung abgeführt werden konnte.
Eine so lange Wartezeit könnte sich auf Tolainis Geschäft auswirken, betont sie: „Wir haben seit vielen Jahren Stammkunden, die in unsere Badeanstalt kommen und befürchten, dass viele ihren Sommeraufenthalt jetzt absagen könnten. Wer will schon einen Badeurlaub mit der Sicht auf ein Wrack verbringen!“
Hafenbehörde will Touristen vom Wrack fernhalten
Die Betreiber der Badeanstalten haben kürzlich mit der Hafenbehörde gesprochen. Diese will verhindern, dass Badegäste sich dem Schiff nähern und Barrieren um das Wrack errichten. „Wir hoffen, dass das Baggerschiff so bald wie möglich abgeschleppt wird, wobei es sich aber um ein kompliziertes Unternehmen handelt. Der Eigentümer muss uns erst einen Bergungsplan vorlegen, den wir prüfen müssen. Dabei soll besonders der ökologische Aspekt berücksichtigt werden“, erklärt der Chef der lokalen Hafenbehörde Tommaso Pisino.
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Der Bürgermeister von Marina, Francesco Persiani ist besorgt: „Wir haben mehr als 200.000 Euro ausgegeben, um den Pier zu modernisieren und der wichtigste Teil ist von der Guang Rong zerstört worden.“ Die Stadt lebe vom Tourismus. Da es sich um eine „sehr komplexe Bergung“ handle, mache er sich keine Illusionen, so der Ortsvorstand: „Wir hoffen, dass die Lösung rechtzeitig gefunden wird, damit die Sommersaison, die ohnehin nicht mehr lange auf sich warten lässt, keinen Schaden erleidet.“







