Ganz ohne Dampfschiff und Ballon umrundete der Australier Mike Robinson den Globus – mit Linienflügen und in weniger als drei Tagen – genauer gesagt in 58 Stunden und acht Minuten. Damit brach der 65-Jährige Anfang dieses Jahres einen 25 Jahre alten Guinness-Weltrekord: die schnellste Weltumrundung mit Linienflügen über sogenannte „Antipoden“ – also zwei Flughäfen, die geografisch gesehen exakt auf der anderen Seite der Erde liegen. So wird sichergestellt, dass die Erde einmal komplett umrundet wurde.

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Die bisherigen Rekordhalter hatten Madrid und Ti Tree Point in Neuseeland gewählt. Robinson fand stattdessen ein neues Antipodenpaar: den Flughafen Auckland und Fuente del Duque, ein historischer Ort in Andalusien zwischen Madrid und Málaga. Den Reiseplan erstellte er über FlightConnections.com, die Tickets buchte er in Economy Class.

Seine Reiseroute führte ihn in fünf Etappen von Auckland über New York (mit 15½ Stunden der längste Flug) nach Madrid und Málaga. Von dort aus ging es über Doha zurück nach Neuseeland – eine logistische Meisterleistung, bei der er nicht nur gegen die Zeit, sondern auch gegen Jetlag, Sicherheitskontrollen und Flugplanunsicherheiten kämpfte.

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Duschen, Käse, Jetlag – Robinsons Reise im Schnelldurchlauf

Los ging es an einem Samstagnachmittag vom Flughafen Auckland. Als Robinson schließlich am Dienstagmorgen um 8 Uhr morgens wieder zu Hause in Melbourne ankam, war er sehr zufrieden, aber auch sehr müde. Er sei sehr froh, sich endlich schlafen legen zu können, sagte er dem „New Zealand Herald“ im Anschluss an seinen Flugmarathon. „Ich habe mich schon eine ganze Weile nicht mehr flach hingelegt.“ Ein der wohl anstrengendsten Aspekte der Reise.

Ein Park mit einem See in der Mitte umgeben von vielen Hochhäusern
Der Rekordhalter Mike Robinson beendete seine Reise im australischen Melbourne. © iStock | Rachel Poirot

Trotz des straffen Zeitplans blieben alle Flüge pünktlich. Er duschte unterwegs in New York, Doha und Auckland und schaffte es sogar, in Málaga einen kleinen Roadtrip zu seinem „geografischen Gral“ zu unternehmen – inklusive Manchego-Käse auf Toast, dem einzigen Essen seiner Reise, das nicht aus der Flugzeugküche oder der Flughafenlounge kam.

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Weltrekord-Reise: So hält man Langstreckenflüge durch

Inzwischen ist der Weltrekord offiziell und Robinson verriet der „Washington Post“ seine besten Tipps für lange Reisen – viele davon einfach umsetzbar, aber effektiv.

  • Planung ist alles – auch offline: Robinson nutzte die App TripIt, um seinen Reiseplan zu organisieren. Sie informiert nicht nur über Flugzeiten und Verspätungen, sondern schlägt auch Alternativen vor. PDFs seiner Reisedokumente, beispielsweise seine Versicherungspolice, speicherte er als Backup auf seinem Kindle, wo sie leichter lesbar sind als auf dem Handy.
  • Stift nicht vergessen: Manche Klassiker bleiben unersetzlich: Für Einreiseformulare, Zollpapiere und Co. gehört für Robinson ein Kugelschreiber ins Handgepäck – ein kleines, aber oft übersehenes Detail.
  • Sitzreihen clever nutzen: Falls eine Sitzreihe frei bleibt, lohnt es sich laut Robinson, die Crew nach einer Gurtverlängerung zu fragen. So kann man sich über mehrere Sitze ausstrecken und sicher schlafen – ohne sich unbequem unter dem Standardgurt zu verrenken. Natürlich nur, solange niemand anderes den Gurt dringend braucht.
  • Serien statt Filme: Anstatt sich durch Dutzende Filmtitel zu scrollen, empfiehlt Robinson, eine gute Serie zu „bingen“. Weniger Auswahlstress – und die Zeit vergeht wie im Flug – zumindest, solange die Serie es schafft, einen im Bann zu halten.
  • Digital Zeitsparen bei der Einreise: Für die Einreise in die USA nutzte Robinson die kostenlose App Mobile Passport Control. Wer seine Daten vorab eingibt, kann an bestimmten Flughäfen wie JFK in New York direkt zu einer freien Kontrolle weitergeleitet werden – eine clevere Zeitersparnis.