Während die Gesamtzahl der Straftaten in Deutschland leicht zurückgegangen ist, verzeichnet die Polizei immer mehr Gewalttaten. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für 2024 hervor, aus der am Freitag „Spiegel“ und „Welt am Sonntag“ zitierten. Demnach ist die Zahl der registrierten Straftaten im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent gesunken. Doch gleichzeitig wurden mehr Gewalttaten erfasst als je zuvor seit 2010 – ein Anstieg um 1,5 Prozent.

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Die offiziellen Zahlen wollen Innenministerin Nancy Faeser (SPD) und der Chef des Bundeskriminalamts, Holger Münch, am kommenden Mittwoch in Berlin vorstellen.
Deutlicher Anstieg bei Sexualdelikten
Ein starkes Plus um 9,3 Prozent gab es laut PKS beim Delikt „Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschließlich Todesfolge“ mit 13.320 Fällen. Eine Erklärung für den Anstieg bei den Sexualdelikten, schreibt der „Spiegel“ mit Verweis auf die Kriminalstatistik, könne eine stärkere Sensibilisierung für das Thema durch die #MeToo-Bewegung sein sowie eine größere Bereitschaft der Opfer, Anzeige zu erstatten.
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Höhere Gewaltkriminalität bei minderjährigen und nicht-deutschen Tatverdächtigen
Auch die gefährliche und schwere Körperverletzung nahm den Angaben nach um 2,4 Prozent auf 158.177 Fälle zu. Die Zunahme bei der Gewaltkriminalität führt die PKS auf mehr „nicht-deutsche“ Tatverdächtige (85.012; plus 7,5 Prozent) sowie mehr Kinder (13.755; plus 11,3 Prozent) und mehr Jugendliche (31.383; plus 3,8 Prozent) als Täter zurück. Ein Grund für mehr Taten von Minderjährigen könnte laut Kriminalstatistik der Anstieg psychischer Belastungen sein, der es mit „anderen ungünstigen Faktoren“ wahrscheinlicher mache, dass jemand Täter werde, heißt es laut „Spiegel“ in der PKS.
Die höhere Ausländerkriminalität sei teilweise damit zu erklären, dass der Anteil von Ausländern an der Bevölkerung 2024 weiter gestiegen sei. Zudem seien Flüchtlinge oft von Gewalterfahrungen und psychischen Belastungen betroffen. Diese „Risikofaktoren“ erhöhten die Wahrscheinlichkeit, Straftaten zu begehen.
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Zehntausende Messerangriffe - Anstieg nicht richtig bezifferbar
Bei der Gewaltkriminalität weist die Statistik 15.741 Messerangriffe aus. Insgesamt waren es 29.014 Straftaten (meist Bedrohung) mit einem Messer. Gezählt werden angedrohte und ausgeführte Angriffe. Weil die Daten bis einschließlich 2023 laut PKS nur „eingeschränkt valide“ waren, lässt sich ein Anstieg über die Jahre nicht genau beziffern. Die Zahlen kletterten jetzt vor allem in Bayern (plus 110 Prozent), Nordrhein-Westfalen (plus 20,6 Prozent) und Brandenburg (plus 16,6 Prozent).
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte der „Welt am Sonntag“: „Was an anderer Stelle nicht klappt, Erziehung, Schule, Integration, landet am Ende bei der Polizei. Heißt auch, die Statistik spuckt aus, wie es um unsere Gesellschaft – um uns – steht.“
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Polizei: Weniger Diebstähle und Drogenkriminalität
Es gibt aber auch positive Entwicklungen: So sei die Zahl der Diebstähle zumindest leicht gesunken auf 1,94 Millionen registrierte Taten. Auch die erfasste Straßenkriminalität sei seit 2010 um 18,7 Prozent zurückgegangen. Auffällig sei außerdem der deutliche Rückgang der Drogenkriminalität im Jahr 2024 um rund ein Drittel.
Das liegt laut dem Spiegel-Bericht aber vor allem daran, dass die Ampelkoalition im Frühjahr 2024 Anbau und Besitz von Cannabis teils legalisiert hatte. Die Gesetzesänderung ist auch der Grund, dass es insgesamt in der Kriminalstatistik einen leichten Rückgang der registrierten Fälle gab. Alles in allem zählte die Polizei im vergangenen Jahr 5.837.445 Straftaten, 1,7 Prozent weniger als 2023.
mit dpa/KNA/AFP











