Ein starkes Erdbeben hat gleich mehrere Länder Südostasiens erschüttert und große Schäden angerichtet. In Bangkok stürzten Häuser und Brücken ein. In Myanmar, wo das Epizentrum des Bebens lag, wurden Pagoden, Tempel und Moscheen zerstört. Mehrere Menschen sollen gestorben sein. Kommt es zu einem so schweren Erdbeben, steigt auch die Gefahr eines Tsunamis, der die Lage noch weiter verschlimmern könnte. Doch wie wahrscheinlich ist das?
Tsunamis werden fast immer von starken Erdbeben ausgelöst
Laut dem Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam werden Tsunami-Wellen zu rund 90 Prozent von starken Erdbeben unter dem Ozeanboden ausgelöst. Auch der schwere Tsunami von 2004, bei dem fast 250.000 Menschen starben, ereignete sich nach dem Beben im Indischen Ozean. Damals wurde vor allem Thailand schwer von den riesigen Wassermassen getroffen, die alles und jeden unter sich begruben. Deswegen ist die Angst in der Region diesmal besonders groß.
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Tatsächlich warnen chinesische Behörden bereits vor einem möglichen Tsunami, der die Küste von Myanmar treffen könnte. Die Warnung des Ministeriums für natürliche Ressourcen der Volksrepublik China bezieht sich bislang nur auf das Gebiet von Myanmar. Es sei unwahrscheinlich, dass ein Tsunami auch andere Gebiete oder Länder treffen könnte, so das Ministerium. Die Nachbarländer in Asien haben bislang keine Warnung vor einem Tsunami ausgesprochen.
Warum die Gefahr eines Tsunamis diesmal womöglich gering ist, obwohl das Erdbeben eine Stärke von 7,7 hatte, könnte das Epizentrum erklären. Denn dieses lag diesmal nicht unmittelbar vor einer Küste, sondern im Landesinneren von Myanmar, 16 Kilometer nordwestlich der Stadt Sagaing. Beim Tsunami von 2004 lag das Epizentrum dagegen 85 Kilometer vor der Nordwestküste der indonesischen Insel Sumatra im Meer. Auch das Erdbeben war damals deutlich stärker und wurde mit einer Stärke von 9,1 gemessen.
Erdbeben in Thailand und Myanmar: Experten warnen vor Nachbeben
Deutlich höher als die Gefahr eines Tsunamis ist derzeit die von Nachbeben. Mit solchen sei zu rechnen, sagte der Geophysiker Oliver Heidbach vom Deutschen Geoforschungsinstitut (GFZ) in Potsdam der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist von großer Bedeutung, weil dann die seismischen Wellen, die durch starke Nachbeben erzeugt werden, schon auf vorgeschädigte Gebäude treffen.“ Rettungsarbeiten könnten dadurch erschwert oder sehr gefährlich werden.
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Seit der Katastrophe von 2004 gibt es auch ein Tsunami-Frühwarnsystem im Indischen Ozean. Das System wurde auch mit der Unterstützung deutscher Forscherinnen und Forscher vom GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam errichtet. Mehr dazu lesen Sie hier: So erkennt das Warnsystem Tsunamis im Ozean. mit dpa






