Die Suche nach außerirdischem Leben gehört zu den spannendsten Aufgaben der Wissenschaft. Forscherinnen und Forscher durchkämmen Planeten und Monde unseres Sonnensystems – etwa den Mars oder die Eismonde Europa und Enceladus – nach Spuren mikrobiellen Lebens oder biochemischen Hinweisen. Gleichzeitig horchen Radioteleskope in den Kosmos, um potenzielle Signale intelligenter Zivilisationen aus weit entfernten Galaxien aufzufangen.

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Wissenschaftler des Imperial College London haben nun herausgefunden, dass eine von der Raumsonde Hayabusa 2 zur Erde gebrachte Probe des Asteroiden Ryugu von Mikroorganismen besiedelt war. Diese stammten jedoch nicht aus dem Weltall, sondern höchstwahrscheinlich von der Erde.

Raumsonde Hayabusa 2: So wurden Asteroiden-Probe wahrscheinlich kontaminiert

Wie die Forscher feststellen mussten, kam es wohl trotz strenger Maßnahmen zu einer Kontamination der Probe. In ihrer Studie, die in der Fachzeitschrift „Meteoritics & Planetary Science“ veröffentlicht wurde, analysierten die Forscher die winzige Probe A0180. Die ist 5,4 Gramm schwer und misst lediglich 1 mal 0,8 Millimeter.

Die Probe wurde in einer hermetisch versiegelten Kammer zur Erde transportiert und in einem Spezialraum unter Stickstoff geöffnet, um jegliche Verunreinigung zu vermeiden. Mit sterilisierten Werkzeugen entnahmen die Wissenschaftler die einzelnen Partikel und lagerten sie in mit Stickstoff gefüllten, luftdichten Behältern. Dann wurden die Proben zu Forschern in der ganzen Welt geschickt. Die Probe des Imperial College London, die in Harz eingeschlossen war, wurde dabei anscheinend mit den Organismen kontaminiert.

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Auf der Oberfläche der Ryugu-Probe wurden Stäbchen und Filamente aus organischem Material entdeckt, die als fadenförmige Mikroorganismen interpretiert werden. Die Variationen in Größe und Form dieser Strukturen ähnelten bekannten Mikroben von der Erde.

Wissenschaftler besorgt: Faszinierende Überlebensfähigkeit der Mikroorganismen bereitet Probleme

Die Analyse deutet darauf hin, dass die Mikroorganismen während der Probenaufbereitung eingeschleppt wurden. Offenbar gelingt es irdischen Keimen selbst unter strengen Sicherheitsvorgaben, außerirdisches Material rasch zu kontaminieren. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler plädieren daher für strengere Schutzmaßnahmen, um eine Verunreinigung künftiger Proben zu vermeiden.

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Das beginnt schon bei der Verwendung von Materialien. Denn alles, was die Raumfahrt benutzt, stammt von einem Planeten, der von Mikroben überschwemmt ist. Die NASA versucht deshalb, die Einführung von irdischen Mikroben auf dem Mars zu verhindern, indem Sonden und Lander in Reinräumen gebaut werden.

Doch selbst unter größter Sorgfalt ist das nicht immer möglich. Sogar in der kontrollierten Umgebung wurden bereits Mikroben entdeckt, die Desinfektionsmethoden überleben und sogar damit begannen, Reinigungsmittel als Nahrungsquelle zu nutzen.

Forscher im Streit: Breitete sich das Leben im Universum durch Asteroiden aus?

„Das Vorhandensein von Mikroorganismen in Meteoriten wurde als Beweis für außerirdisches Leben herangezogen, die Möglichkeit einer terrestrischen Kontamination macht ihre Interpretation jedoch höchst umstritten“, schreiben die Forscher in der Studie. „Die Entdeckung unterstreicht, dass terrestrische Biota auch bei Vorkehrungen zur Kontaminationskontrolle schnell außerirdische Proben besiedeln kann.“

Die Forscher entkräftigen somit frühere „Belege“ für die Panspermie-Hypothese, wonach Leben den Transfer zwischen Himmelskörpern überleben könne und sich so als sekundärer Weg auf Planeten innerhalb eines Sonnensystems verbreiten könne.

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Berichte über Mikroorganismen in kohlenstoffreichen Meteoriten, sogenannten Chondriten, haben seit langem Diskussionen über die Möglichkeit entfacht, dass außerirdisches Leben die Erde erreicht haben könnte – möglicherweise sogar als Ursprung des Lebens hier. Obwohl Studien häufig zu dem Schluss kommen, dass diese mikrobiellen Spuren auf irdische Kontamination zurückzuführen sind, hält die Debatte um ihre mögliche außerirdische Herkunft weiterhin an.