Wissenschaftler haben neue Hinweise darauf gefunden, dass der innere Kern der Erde möglicherweise nicht so fest ist wie bisher vermutet. John Vidale, Professor für Geowissenschaften an der University of Southern California, und sein Forschungsteam haben in einer aktuellen Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht wurde, Veränderungen in der Struktur des Erdkerns entdeckt.

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Der innere Kern, der aus Eisen und Nickel besteht und etwa 1200 Kilometer im Durchmesser misst, bildet das Zentrum unseres Planeten. Unter extremen Temperaturen und Druck wächst dieser feste Kern jährlich um rund einen Millimeter, da sich Metall aus dem flüssigen äußeren Kern kristallisiert. Bisher dachte man, dass der Kern fest und stabil ist, aber die neuesten Ergebnisse deuten darauf hin, dass seine äußere Grenze formbar ist.
Studie: Erdkern wohl formbarer als bisher angenommen
Durch die Analyse von mehr als 100 Erdbebenpaaren, die von den Südlichen Sandwichinseln im Südatlantik ausgingen und auf Messstationen in Kanada und Alaska registriert wurden, stießen die Wissenschaftler auf ungewöhnliche seismische Signale. Die Daten zeigten, dass sich die Schwingungen der Erdbeben je nach Tiefe des inneren Kerns unterschieden. Besonders auffällig war, dass seismische Wellen, die den inneren Kern nur an der äußeren Grenze passierten, in einigen Jahren unterschiedliche Signale erzeugten. Dies lässt darauf schließen, dass sich die äußere Grenze des inneren Kerns möglicherweise verformt hat.
„Was wir entdeckten, ist ein Beweis dafür, dass die Oberfläche des inneren Erdkerns strukturelle Veränderungen erfährt“, erklärt Vidale in der Forschungsarbeit. Diese Veränderungen könnten durch turbulente Strömungen im äußeren Kern oder durch die Anziehungskraft von dichterem Mantelmaterial verursacht werden.
Formbarer Erdkern hat einen Einfluss auf die Länge unserer Tage
Die Entdeckung fügt sich in frühere Forschungsergebnisse ein, die zeigen, dass der innere Kern sich nicht gleich schnell dreht wie der Rest der Erde. Bis etwa 2010 drehte sich der innere Kern schneller als die äußeren Schichten, doch seitdem hat sich diese Rotation verlangsamt. Die Drehung des festen Kerns hat einen minimalen Einfluss auf die Länge unserer Tage. Die neuesten Daten legen nahe, dass diese Veränderung nicht nur durch die Rotation des Kerns, sondern auch durch Formveränderungen an der Grenze zwischen festem inneren Kern und flüssigem äußeren Kern beeinflusst wird.
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