Ein weiterer Meilenstein in der kommerziellen Raumfahrt: Die US-Landefähre „Blue Ghost“ hat am Sonntagfrüh erfolgreich den Mond erreicht. In einer Live-Übertragung zeigten NASA und das Unternehmen Firefly Aerospace, wie der rund zwei Meter hohe und drei Meter breite Mondlander sanft im Mare Crisium aufsetzte – einer 500 Kilometer weiten Tiefebene auf dem Erdtrabanten.

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„Alles lief wie am Schnürchen“, sagte der Firefly-Chef Jason Kim nach der Landung. Das unbemannte Gerät stehe stabil und aufrecht. „Jetzt haben wir etwas Mondstaub an unseren Stiefeln.“ Rund zwei Wochen lang soll der Lander den Mond nun mit zehn wissenschaftlichen Instrumenten untersuchen. 

Der schwierige Weg zum Mond: Viele Missionen misslingen

Mondlandungen gehören zu den größten Herausforderungen der Raumfahrt: Ohne eine schützende Atmosphäre muss die Landefähre ihre Geschwindigkeit präzise selbst abbremsen – ein Balanceakt, der oft misslingt. Laut CNN scheiterte fast die Hälfte aller bisherigen Mondmissionen.

Dennoch nimmt das Tempo zu: Noch in diesem Jahr sollen weitere private Mondmissionen folgen, um die Grundlage für die Rückkehr von Menschen zum Mond zu schaffen. Erst 2023 schrieb die US-Firma Intuitive Machines mit „Odysseus“ Geschichte – die erste kommerzielle Mondlandung überhaupt. Zwar kippte der unbemannte Lander beim Aufsetzen um, doch wertvolle Daten konnten dennoch übermittelt werden.

„Blue Ghost“ startete gemeinsam mit zweiter Mondlandefähre

Gestartet war „Blue Ghost“ im Januar mithilfe einer Falcon-9-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk. Der Abflug erfolgte vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Auch die Mondlandefähre „Resilience“ des japanischen Start-Ups ispace war mit an Bord der Rakete. Dieser Lander soll jedoch auf einer anderen Bahn zum Mond fliegen und dort erst in einigen Monaten ankommen.

Mondlandung von «Blue Ghost»
Der Schatten der privaten Mondlandefähre Blue Ghost ist auf der Mondoberfläche.© DPA Images | Uncredited

Nun steht eine umfangreiche Mission an: Der Lander „Blue Ghost“ hat zahlreiche Materialien und Instrumente an Bord, mit denen er nun den Mond untersuchen soll. Unter anderem soll in die Oberfläche gebohrt werden, um Proben zu entnehmen. Nach rund zwei Wochen, also einem ganzen Tag auf dem Mond, wird am Landeort die Sonne untergehen. „Blue Ghost“ soll Fotos dieses Schauspiels aufnehmen und Daten liefern, wie das lose Gestein auf dem Mond bei Dämmerung auf den Einfluss der Sonne reagiert. 

Effiziente Mondforschung: NASA setzt auf private Firmen

Die Mission namens „Ghost Riders in the Sky“ (auf Deutsch etwa „Geisterreiter im Himmel“) ist die erste Mondmission des Unternehmens Firefly Aerospace mit Sitz in Texas, das bisher vor allem Trägerraketen entwickelt hat. Sowohl „Blue Ghost“ als auch der im vergangenen Jahr gelandete „Odysseus“ sind Teil des Nasa-Programms CLPS (Commercial Lunar Payload Services). 

Auch spannend: Deutsche Aufholjagd in der Raumfahrt: Warum 2025 besonders ist

Mit diesem Programm will die US-Raumfahrtbehörde auf ihrem eigenen Weg zurück zum Mond vergleichsweise günstig und effizient so viel Wissen sammeln wie möglich, indem sie Verträge für Mondlandungen an private Firmen vergibt und mit diesen zusammenarbeitet. Insgesamt sind für das CLPS-Programm bis 2028 rund 2,6 Milliarden Dollar (etwa 2,4 Milliarden Euro) veranschlagt.

Im vergangenen Jahr waren im Rahmen des CLPS-Programms bereits zwei Missionen gestartet. Im Januar hatte das Unternehmen Astrobotic mit Sitz in Pittsburgh die „Peregrine“-Kapsel losgeschickt. Schon kurz nach dem Start gab es jedoch Probleme aufgrund einer Störung des Antriebssystems. Das Ziel einer Mondlandung musste aufgegeben werden. Das Unternehmen Intuitive Machines, das mit „Odysseus“ teilweise erfolgreich war, hatte in der vergangenen Woche einen zweiten Lander losgeschickt. „Athena“ soll frühestens an diesem Donnerstag auf dem Erdtrabanten aufsetzen. 

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Daten sollen das „Artemis“-Programm der Nasa unterstützen

Mithilfe der gesammelten Informationen will die Nasa ihr „Artemis“-Progamm voranbringen. Mit dem nach der griechischen Göttin des Mondes benannten Programm sollen erstmals eine Frau und eine nicht-weiße Person auf dem Mond landen. Ursprünglich war das bereits bis 2024 angesetzt, der Zeitplan hat sich aber schon mehrfach verschoben. Derzeit ist 2027 geplant – allerdings ist noch nicht klar, ob US-Präsident Donald Trump daran festhalten wird. 

Zuletzt waren mit der „Apollo 17“-Mission vor mehr als 50 Jahren Menschen auf dem Mond. Die Landung erfolgte am 11. Dezember 1972. Insgesamt brachten die USA als bislang einziges Land mit den „Apollo“-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond. 

Konkurrenzdruck gibt es inzwischen von China, das bis 2030 Menschen auf den Mond bringen will. Unbemannt ist China bereits erfolgreich auf dem Mond gelandet, ebenso wie neben den USA noch Russland, Japan und Indien.

pau/dpa