Am 19. August sank die Luxusyacht „Bayesian“ vor der Küste Siziliens. Sieben Menschen, darunter der britische Tech-Milliardär Mike Lynch und seine 18-jährige Tochter Hannah, kamen ums Leben. Weitere 15 Personen konnten sich unter dramatischen Umständen retten. Acht Monate nach dem Drama vor Palermo steht der Plan für die Bergung des Luxusschiffes kurz vor der Genehmigung: Die „Bayesian“ soll demnach zwischen dem 20. April und dem 10. Mai geborgen.

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Die sizilianische Hafenbehörde muss laut Medienberichten nur noch zustimmen – in Absprache mit der Staatsanwaltschaft von Termini Imerese, die die Ermittlungen zur Unglücksursache führt. Der Namen des mit der Bergung betrauten Unternehmens wurde vorerst noch nicht bekanntgegeben.
„Bayesian“: So soll die Luxusyacht geborgen werden
In den letzten Wochen fanden täglich Besprechungen im Büro des Hafenmeisters statt, um die Details der Bergung zu klären. Bevor das Schiff gehoben wird, soll laut Plan der 75 Meter lange Mast gekürzt werden. Anders als zunächst erwogen, sollen die 18.000 Liter Treibstoff nicht vorher abgepumpt werden.

Das Wrack wiegt rund 473 Tonnen, was die technische Komplexität der Operation zusätzlich erhöht. Geplant ist ein heikles System mit Seilen, um den Schiffsrumpf um 90 Grad zu drehen. Dies soll mithilfe von Kränen erfolgen, die auf Lastkähnen oder Schwimmpontons montiert werden, sowie mit Stabilisierungsballons.
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Das geborgene Schiff soll anschließend in den Hafen von Termini Imerese nahe Palermo überführt werden. Dort werden die von der Staatsanwaltschaft angeordneten Untersuchungen fortgesetzt, um die Ursache für den Untergang des Schiffes zu ermitteln, heißt es.
Bergung soll Eigner der Luxusyacht 30 Millionen Euro kosten
Die Kosten der Bergungsarbeiten werden auf bis zu 30 Mio. Euro geschätzt. Das Schiff war über zwei Policen versichert, die Schäden von bis zu zwei Milliarden Euro abdecken. Die Kosten für die Bergung werden vollständig von den Eigentümern der Yacht, der britischen Firma Revtom Limited, getragen. Eigentümerin ist die Unternehmerin Angela Bacares, Witwe des Milliardärs Lynch, der in der Unglücksnacht ums Leben kam. Bacares selbst überlebte den Untergang des Schiffs.
Die „Bayesian“ war während eines plötzlichen schweren Unwetters vor Porticello nahe Palermo, der Hauptstadt Siziliens, gekentert. Die italienischen Ermittler haben eine Untersuchung gegen den neuseeländischen Kapitän und zwei Mitglieder seiner Besatzung aufgenommen, die sich jedoch noch viele Monate hinziehen könnte. Menschliches Versagen, offenstehende Luken, Konstruktionsmängel – noch ist keine Theorie zum Untergang der „Bayesian“ offiziell widerlegt worden.
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Da die „Bayesian“ in Großbritannien gemeldet war, ist inzwischen auch der britische Marine Accident Investigation Branch (MAIB) an den Ermittlungen beteiligt. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass dessen Ermittlungsbericht veröffentlicht wird, bevor das Boot vom Meeresgrund gehoben werden kann.







