Depressionen und Demenz treten häufig gemeinsam auf. Laut dem Informationsportal „Wegweiser Demenz“ leidet gut jeder fünfte Mensch mit Demenz auch an einer ausgeprägten depressiven Störung. Gleichzeitig ist das Risiko für Menschen mit Depressionen, an einer Form von Demenz zu erkranken, um das bis zu Sechsfache höher.

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Die Ergebnisse einer neuen Studie zu den Auswirkungen von Antidepressiva auf Demenz und Alzheimer sind deshalb besonders besorgniserregend. Die wenigen wirksamen Medikamentenarten gegen Depressionen sollen eigentlich Symptome wie Angstzustände, Aggressivität und Schlafstörungen bei Demenzbetroffenen lindern. Doch einige Antidepressiva könnten den kognitiven Verfall demnach sogar beschleunigen.

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Studie stellt Zusammenhang zwischen SSRI und beschleunigter Demenz her

Wissenschaftler des schwedischen Karolinska-Instituts nutzten für ihre Studie die Daten von 18.740 Patienten aus dem schwedischen Demenzregister. Rund 23 Prozent von ihnen wurden demnach mit Antidepressiva behandelt, ein Großteil davon wiederum mit Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRIs).

SSRI wirken, indem sie die Menge an Serotonin im Gehirn erhöhen, einem chemischen Botenstoff im Gehirn, der für Stimmung, Emotionen und Schlaf zuständig ist. Bei Depressionen und anderen psychischen Problemen kann das Serotoningleichgewicht im Gehirn gestört sein. SSRI helfen, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen, indem sie die Wiederaufnahme von Serotonin in die Nervenzellen hemmen. Dadurch bleibt mehr Serotonin im Gehirn verfügbar.

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Stärkerer Zusammenhang bei bestimmten Antidepressiva

Laut der Studie verschlechterte sich der kognitive Zustand der mit solchen Medikamenten behandelten Gruppe schneller als die der nicht medikamentösen Gruppe. Das traf vor allem auf bestimmte Arten von Wirkstoffen zu. So hänge der Stoff Escitalopram mit dem schnellsten kognitiven Verfall zusammen, gefolgt von Citalopram and Sertralin.  

Dabei konnten die Forscher allerdings nicht feststellen, ob die kognitive Beeinträchtigung auf die Medikamente oder auf die Art der depressiven Symptome selbst zurückzuführen ist.

Ärzte sollten Antidepressiva besser auf Demenzpatienten abstimmen

„Depressive Symptome können sowohl den kognitiven Verfall verschlimmern als auch die Lebensqualität beeinträchtigen, daher ist es wichtig, sie zu behandeln“, sagt die Co-Autorin der Studie Sara Garcia Ptacek in einem Statement. „Unsere Ergebnisse können Ärzten und anderen medizinischen Fachkräften dabei helfen, Antidepressiva auszuwählen, die besser für Patienten mit Demenz geeignet sind“.

Die Forscher wollen nun untersuchen, ob bestimmte Patientengruppen, etwa Menschen mit bestimmten Demenztypen oder Biomarkern, besser oder schlechter auf verschiedene Antidepressiva ansprechen. „Ziel ist es, diese Untergruppen zu finden, um eine individuellere Versorgung zu schaffen“, so Garcia Ptacek.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „BMC Medicine“ veröffentlicht.

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