Er soll fünf Mädchen missbraucht haben, doch einer Strafe konnte der Priester aus Bayern entgehen. Denn die katholische Kirche versteckte ihn im Ausland, bis die Tat verjährt war. Der Priester und mutmaßliche Sexualstraftäter Josef Ludwig Zottmann ist kein Einzelfall, wie ARD-Recherchen nun zeigen.

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Laut Report München soll der aus Bayern stammende Priester Josef Zottmann 1969 wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs an fünf Schulmädchen mit einem Haftbefehl gesucht worden sein. Doch anstatt sich den Behörden zu stellen, floh er nach Brasilien – mit Hilfe der katholischen Kirche. Dort soll er von hochrangigen Kirchenvertretern in Deutschland und Brasilien geschützt worden sein. Briefe, die Report München und das ARD-Studio Rio de Janeiro einsehen konnten, würden belegen, dass Absprachen auf höchster Ebene stattgefunden haben – ohne jegliche Zusammenarbeit mit den Ermittlern. Nach Verjährung der Vorwürfe kehrte Zottmann in den 1980er-Jahren nach Deutschland zurück. In seiner brasilianischen Gemeinde nannten sie ihn wohl lange nur „Josef den Deutschen“, ohne von seiner Vergangenheit zu wissen.

Laut ARD unterstützte das Bistum Eichstätt Zottmann im Ausland auch finanziell, indem es sein Gehalt als „Missionsspende“ tarnte. Dies sollen bisher unter Verschluss gehaltene Unterlagen aus dem Archiv des Bistums zeigen.

Missbrauch an Kindern: Gezielter Schutz für beschuldigte Priester

Auch das Erzbistum Bamberg unterstützte einen Priester: Dieter Scholz, gegen den 1963 zwei Jungen Missbrauchsvorwürfe erhoben hatten. Er wurde als Missionar in Bolivien eingesetzt. Nach fünf Jahren kehrte er nach Deutschland zurück und wurde in Bayern als Gemeindepfarrer tätig, berichtet die ARD.

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Das Bistum Trier versetzte den Recherchen zufolge gleich mehrere auffällige Priester ins Ausland. Ein Geistlicher wurde demnach Ende der 1990er-Jahre in Osteuropa eingesetzt, ein anderer bereits 1966 nach Südamerika entsandt – trotz deutlicher Hinweise auf Verfehlungen.

Das sagen die Verantwortlichen der katholischen Kirche

Eichstätts Bischof Gregor Maria Hanke sprach im Interview mit Report München von einem „No-Go“ und von Praktiken mit „kriminellem Anstrich“: „Die Opfer haben unsägliches Leid erfahren, ihr Leben ist zerstört worden. Und da mit ansehen zu müssen, dass Täter geschützt wurden, das ist skandalös.“ Die Bistümer in Trier und Eichstätt und das Erzbistum Bamberg fordern mögliche Betroffene auf, sich zu melden.

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