Wollnashörner (Coelodonta antiquitatis) bevölkerten die eisige Mammutsteppe vor etwa 460.000 bis 12.000 Jahren. Mit ihrem dichten Fell und dem charakteristischen Horn waren sie ideal an die extremen Bedingungen der Tundra angepasst. Als große Pflanzenfresser spielten sie eine entscheidende Rolle im Ökosystem und prägten das Leben in der kargen Landschaft der Eiszeit.

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Doch trotz ihrer bedeutenden Rolle in der Eiszeit bleibt das Wissen über Wollnashörner begrenzt. Jedes gefundene Exemplar hilft, neue Erkenntnisse über diese ausgestorbenen Tiere zu gewinnen. In der nordöstlichen Region der russischen Republik Sacha, auch bekannt als Jakutien, haben Wissenschaftler im August 2020 einen sensationellen Fund gemacht: den fast vollständig erhaltenen, tiefgefrorenen Kadaver eines jungen Wollnashorns. Es ist über 32.000 Jahre alt und lag all die Zeit im sibirischen Eis begraben.
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Fund im sibirischen Eis: Mumifizierter Kadaver von einer Seite zerfleischt
Im August 2020 wurden die Überreste eines Tieres, das wegen seines Fundorts „Abyisky-Nashorn“ genannt wird, an den eisbedeckten Ufern des Tirekhtyakh-Flusses entdeckt. Der Kadaver ist außergewöhnlich gut erhalten, insbesondere die rechte Körperseite, die nahezu intakt geblieben ist. Sogar Haut- und Fellpartien haben die eisigen Jahrtausende nahezu unversehrt überstanden. Die linke Seite hingegen weist starke Beschädigungen auf, die darauf hindeuten, dass das Tier kurz vor oder nach seinem Tod von Raubtieren angefressen wurde.
„Von der Oberseite des Oberschenkels bis zur Höhe des Schulterblatts ist der Kadaver schwer beschädigt“, schrieben Forscher der Russischen Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Wissenschaften der Republik Sacha in einer Studie, die im Juli 2024 im Artikel des Fachjournals „Doklady Earth Sciences“ veröffentlicht wurde. Ein Großteil des Inneren des Tieres sei freigelegt, und die meisten Eingeweide fehlten, hieß es weiter.
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Archäologie: Analysen geben Aufschluss über Alter des Tieres – Forscher staunen über neue Erkenntnisse
Radiokarbonanalysen zeigen, dass das Abyisky-Nashorn etwa vier bis viereinhalb Jahre alt war, als es in einem flachen Gewässer starb und durch den Frost konserviert wurde. Auffällig ist der 13 Zentimeter hohe Fettbuckel auf seinem Rücken, der bei Wollnashörnern bisher nicht beobachtet wurde. Diese Fettreserven halfen arktischen Tieren, in kalten Zeiten Energie zu speichern, und liefern wertvolle Hinweise darauf, wie Wollnashörner in der eisigen Kälte überleben konnten.
Die Forscher haben das Nashorn vorsichtig wieder aufgetaut, um Proben von Haut, Fell und Weichteilen zu entnehmen. Diese gut erhaltenen Gewebeproben bieten seltene Einblicke in das Leben dieser prähistorischen Tiere. Solche Funde seien für die Forschung extrem wertvoll und helfen, das Bild der eiszeitlichen Tierwelt weiter zu vervollständigen, so die Archäologen. Wissenschaftler weltweit erwarten gespannt neue Erkenntnisse aus diesem außergewöhnlichen Fund.
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