Ägypten gilt als Eldorado der Archäologie. Seit Jahrhunderten werden dort spektakuläre Funde gemacht. Doch auch heute gibt es für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch Überraschungen. Eine solche hat ein Team der Universität von Sohag in Ägypten und der Freien Universität Berlin im ägyptischen Asyut erlebt: In einer geheimen Grabkammer entdeckte es zwei außergewöhnliche Särge.

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In ihnen war vor über 3000 Jahren „Idi“ bzw. „Idy“, die Tochter eines altägyptischen Gouverneurs, bestattet worden. Zwar wurde das Grab, das aus dem Mittleren Reich Ägyptens (ca. 2030 bis 1640 v. Chr.) stammt, offenbar in der Antike ausgeraubt. Dennoch könnte es neue Erkenntnisse über die einst herrschenden Vorstellungen über das Leben nach dem Tod liefern.

Archäologen entdecken außergewöhnliches Grab in Ägypten

Wie Vertreter des ägyptischen Ministeriums für Tourismus und Altertümer in einer Erklärung auf Facebook veröffentlichten, wurde Idi in zwei Särgen begraben. Der kleinere Sarg mit einer Länge von 2,30 Meter befand sich im Inneren des größeren Sarges mit einer Länge von 2,60 Meter. Doch was macht sie so besonders?

Zum einen wurden sie in einer versteckten Grabkammer am Ende eines 14 Meter tiefen Schachts entdeckt. Zum anderen werden selten intakte Sarkophage aus dem Mittleren Reich entdeckt. Der Fund sei daher „außergewöhnlich“, erklärt Kathlyn Cooney, Professorin für altägyptische Kunst und Architektur an der UCLA. Und: Diese Särge „scheinen nicht nur gut erhalten zu sein, sondern sind mit komplizierten Sargtexten bedeckt, die den Verstorbenen halfen, ihren Weg in das Reich der Unterwelt zu finden“, so Cooney.

Die Inschriften könnten nun dazu beitragen, besser zu verstehen, warum die alten Ägypter den Tod fürchteten. So hatten sie etwa Angst, ihr ewiges Paradies nicht erreichen zu können. Außerdem liefern die Zeitzeugnisse Hinweise darauf, was die Menschen damals nach ihrem Tod in der Unterwelt zu brauchen glaubten.

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Figur in ägyptischem Grab könnte Seele der Verstorbenen darstellen

Zwei gefundene Holzfiguren lassen verschiedene Theorien zu. Sollte es sich bei einer der Figuren um Idi handeln, würde sie „einen sehr begrenzten Datensatz von Grabbeigaben ergänzen, die vermutlich die Verstorbene darstellen“, erklärt Cooney gegenüber Live Science.

„Ich frage mich, ob diese Statue nicht die Seele von Idi darstellt, die aus dem Grab herauskommt“, so ein Ägyptologieprofessor der Kore Universität von Enna in Italien. Gestützt wird die These durch Wolfram Grajetzki, ein Ägyptologe und ehrenamtlicher Senior Research Fellow am University College London. Die Hieroglyphen des Sarges bezeichnen Idi als „Dame des Hauses“.

Teile des Skelettes aus dem Grab konnten bereits analysiert werden. Demnach starb die Frau wahrscheinlich vor ihrem 40. Lebensjahr und hatte einen angeborenen Defekt an einem Fuß.

Ausgrabungen im ägyptischen Asyut haben bereits mehrere Gräber und seltene Funde zutage gefördert, die in den Museen in aller Welt zu bewundern sind. Die modernen Wissenschaften und Technologien erlauben heute eine deutlich bessere Analyse und Auswertung der archäologischen Funde als noch vor 130 Jahren, als in Asyut die ersten Ausgrabungen stattfanden.

riw