In Erftstadt in Nordrhein-Westfalen laufen nach dem Unwetter der vergangenen Woche die Rettungsaktionen weiter auf Hochtouren. Entspannung ist jedoch noch nicht in Sicht. Grund dafür ist die Abbruchkante im Ortsteil Blessem. In ihrer Nähe besteht weiter akute Lebensgefahr.

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"Ein weiteres Nachrutschen von Erdmassen ist jederzeit möglich", sagte die Bürgermeisterin der Gemeinde, Carolin Weitzel, am Montag im "Morgenmagazin" von WDR 2. Die Kiesgrube hinter Blessem sei weiträumig abgesperrt, Drohnen würden die betroffenen Stadtteile überwachen.
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Gleichzeitig liefen geologische Untersuchungen. "Sobald der Ort als begehbar eingestuft wird, beginnen Prüfungen der Statik", sagte Weitzel. Am Freitag hatten sich nach einem Erdrutsch dramatische Szenen in Blessem abgespielt. Häuser wurden unterspült und stürzten ein. Auch Teile der Burg Blessem fielen der Katastrophe zum Opfer.
Erftstadt: Suche nach Vermissten geht unter Hochdruck weiter
Gute Nachrichten werden derzeit von der naheliegenden Bundesstraße 265 vermeldet. Dort waren mehr als 100 Fahrzeuge vom Hochwasser eingeschlossen worden. Diese sind bis auf zwei Lastwagen aber mittlerweile geborgen. Die Rettungskräfte seien dabei auf keine Todesopfer gestoßen, informierten die Behörden in Erftstadt.
Die Suche nach Vermissten geht derweil unter Einsatz sämtlicher verfügbarer Ressourcen weiter, sagte Bürgermeisterin Wetzel. Im Einsatz mit den Rettungskräften vor Ort seien Roboter, Sonargeräte, Drohnen und Suchhunde.
"Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend", sagte Weitzel. Am meisten gebraucht würden nun Geldspenden und möblierte Unterkünfte. Wer helfen möchte, findet Kontakte auf der Homepage der Stadt. Die Bürgermeisterin äußerte ihr tiefes Mitgefühl mit allen Opfern und Betroffenen: "Ich fühle intensiv mit."
Erftstadt: Laschet entschuldigt sich erneut für blamablen TV-Auftritt
Das intensive Mitgefühl war CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet nach einem Fernsehauftritt in Erftstadt am Wochenende von Teilen der Öffentlichkeit abgesprochen worden. Während einer Fernsehansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war Laschet lachend und feixend im Hintergrund zu sehen.
Laschet und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatten sich vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. Sichtlich betroffen sprach Steinmeier im Anschluss von Gemeinden "die von Verwüstung, von Zerstörung gezeichnet sind".
Laschet hat sich mitterweile mehrfach für seinen Auftritt entschuldigt. Er sei den ganzen Tag unterwegs gewesen und habe in dem Katastrophengebiet "emotionale Begegnungen" gehabt, die ihn "wirklich erschüttert haben", sagte Laschet am Sonntag dem WDR-Fernsehen. "Und deshalb ärgere ich mich umso mehr über diese wenigen Sekunden." Es sei "nicht in Ordnung, in einem solchen Moment zu lachen".
(dpa/afp/jas)



