Am 25. Mai stimmen die Berliner in einem Volksentscheid über ein wichtiges Thema für die Zukunft Berlins ab. Es geht um das Tempelhofer Feld und um die Frage, ob es als 300 Hektar große Freifläche erhalten bleibt oder an den Rändern bebaut wird.
Berlin könne angesichts des Wohnungsmangels nicht darauf verzichten, auf dem Tempelhofer Feld 4700 Mietwohnungen zu errichten, sagen Senat und Regierungskoalition. 230 Hektar wollen sie aber als städtische Grünfläche erhalten. Das Feld sei einzigartig und mittlerweile der beliebteste Park Berlins, kontert die Bürgerinitiative „100 Prozent Tempelhofer Feld“, die sich im Juni 2012 gegründet hatte mit dem Ziel, die Freifläche so wie derzeit bestehend zu erhalten.
Sie spricht sich gegen jegliche Veränderung am Zustand des Geländes aus und sagt, Weite, Ruhe und Panoramablick dürften nicht kaputtgemacht werden. Mit ihrem Volksbegehren, das die Initiative im September 2013 gestartet und dessen Erfolg die Landeswahlleitung im Januar 2014 bekannt gegeben hatte, war der zeitgleich mit der Europawahl stattfindende Volksentscheid überhaupt erst möglich gemacht worden.
Weil die Abstimmung von so großer Bedeutung für die Berliner Politik ist und das Thema breit und sehr kontrovers diskutiert wird, haben wir die Frage „Was wird aus dem Tempelhofer Feld?“ auch zum Thema des nächsten Leserforums in unserer Reihe „Morgenpost vor Ort“ gemacht. Die Diskussion findet am Mittwoch, 7. Mai, ab 18.30 Uhr im ehemaligen Transitbereich des Flughafengebäudes am Columbiadamm 10 statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Allerdings müssen Sie sich vorher anmelden, die Infos dazu finden Sie am Ende des Textes.
Die Teilnehmer der Diskussion auf dem Podium
Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD). Er wird den umstrittenen Masterplan des Senats verteidigen, auf dem Tempelhofer Feld 4700 Wohnungen, Kitas, eine Schule, Gewerbe- und Sportflächen zu errichten.
Michael Schneidewind vom Vorstand der Initiative „100 Prozent Tempelhofer Feld“. Die Initiative will, dass das Gelände des ehemaligen Flugfeldes so erhalten bleibt, wie es jetzt ist.
Antje Kapek, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus. Sie setzt sich für den „dritten Weg“ ein, also einen Kompromiss zwischen den Zielen der Initiative und den Plänen des Senats.
Volker Heller, Direktor der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB). Er plädiert für den ZLB-Neubau am Rand des Feldes und sagt, die Bibliothek passe mit ihrem Konzept hervorragend zu der Grünfläche.
Isabell Jürgens, Fachredakteurin der Berliner Morgenpost für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.
Hajo Schumacher, Morgenpost-Autor und Kolumnist. Er ist der Moderator des Leserforums.
Die Gesprächsrunde soll etwa eine Stunde dauern, danach können sich die Teilnehmer im Publikum einschalten. Jeder Leser kann mit den Experten diskutieren. Das Gespräch wird sich unter anderem um die Frage drehen, ob angesichts der aktuellen Wohnungsnot in Berlin überhaupt auf die Randbebauung verzichtet werden kann. Andererseits wird auch diskutiert, ob die im Masterplan vorgesehenen 4700 Wohnungen nicht viel zu viele sind und wie massiv die Neubauten werden. Interessant ist daneben die Frage, wie der Verkehr abgewickelt werden soll.
Weitere mögliche Themen: Welche Freizeitnutzungen werden auf dem Feld künftig noch möglich sein, bleiben etwa die bestehenden Sportflächen und die Gemeinschaftsgärten erhalten? Hat der Senat genug unternommen, um die Bürger bei den Planungen einzubeziehen? Welche Garantien gibt es, dass nicht noch weitere Bereiche des Tempelhofer Feldes bebaut werden? Die Teilnehmer erwartet also eine spannende, kontroverse Diskussion.
Voraussetzung zur Teilnahme an unserem Leserforum ist eine Anmeldung spätestens bis Montag, 5. Mai, um 20 Uhr in unserer Redaktion unter dem Kennwort „Morgenpost vor Ort“: per E-Mail an aktionen@morgenpost.de oder per Fax an die Nummer 2591 730 49. Teilen Sie uns bitte mit, wie viele Plätze Sie benötigen. Der ehemalige Transitbereich im Flughafengebäude ist gut mit der U-Bahn (U6, Platz der Luftbrücke) oder den BVG-Buslinien 104 und 248 erreichbar. Parkplätze gibt es auf dem Flughafengelände (Parkplatz P3, Zufahrt über Columbiadamm) Kosten: ein Euro je angefangene Stunde.





