Markant lenkt ein

Schlecker einigt sich mit wichtigstem Gläubiger

Der Einkaufsverbund Markant will Lieferungen an Schlecker wieder aufnehmen. Ein wichtiges Signal auch für andere Gläubiger der Drogeriemarkt-Kette.

Foto: dpa / dpa/DC

Die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker hat eine Einigung mit einem ihrer der wichtigsten Gläubiger erzielt. Wie das Unternehmen in Ehingen mitteilte, wird die Zusammenarbeit mit dem Einkaufsverbund Markant fortgesetzt.

Die Drogeriekette kann den Regelbetrieb ihres weit verzweigten Filialnetzes damit wieder aufnehmen. Die Einigung sei "ein wichtiger Baustein, um die uneingeschränkte Betriebsfortführung von Schlecker sicherzustellen", erklärte Schleckers vorläufiger Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz.

Auch eine Einigung für das Ausland soll erfolgen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir auf der Grundlage dieser Entscheidung auch die Gespräche mit den anderen Lieferanten in den nächsten Tagen positiv abschließen können“, sagte Geiwitz. Die deutsche Tochter des Konsumgüterkonzerns Unilever (Dove, Rexona) hatte ihre Lieferungen an die Drogeriekette bereits eingestellt.

Am Montag hatte die Drogeriekette Insolvenz angemeldet. Schlecker strebt den Erhalt des Unternehmens, eines großen Teils des Filialnetzes und damit auch der Arbeitsplätze an und beantragte daher die sogenannte Planinsolvenz. Damit können Gesellschafter und Management weiter über das Unternehmen bestimmen. Die Gläubiger müssen freiwillig auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di forderte derweil ein Bündnis zur Unterstützung der Schlecker-Beschäftigten. „Es sind nicht die Beschäftigten, die die finanzielle Misere von Schlecker verursacht haben“, betonte Stefanie Nutzenberger vom Ver.di-Bundesvorstand. Die Forderung richte sich zum einen an die Lieferanten, die Drogeriemarktkette weiter mit Waren zu versorgen. Aber auch die Kunden seien aufgefordert wie bisher bei Schlecker einzukaufen.

Die beängstigende Zeit der Ungewissheit für die Beschäftigte und ihre Familien müsse ein Ende haben. „Die Frauen und Männer haben einen berechtigten Anspruch zu erfahren, ob ihre Arbeitsplätze für die Zukunft gesichert sind“, sagte Nutzenberger. „Dazu kann niemand so schnell und umfassend aufklären wie die Familie Schlecker selbst.“