Verbraucherschutz

Neues Portal warnt vor gefährlichen Lebensmitteln

Bund und Länder bündeln künftig Informationen über belastete Nahrung im Internet: Verbraucherministerin Aigner stellte eine neue Website vor.

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Gefährliche Bakterien im Käse, überlagertes Hackfleisch oder auch Dioxin in Hühnereiern – immer wieder schrecken Meldungen über verdorbene oder belastete Lebensmittel die Verbraucher auf. Jetzt können sie sich Online informieren, wie groß die Gefahr tatsächlich ist und welche Chargen im Detail betroffen sind: Lebensmittelwarnung.de heißt das neue Internet-Portal, das Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) freigeschaltet hat.

Bislang musste sich jedes Bundesland um die Veröffentlichung von Rückrufen und Verzehrwarnungen kümmern. Die Verantwortung tragen die Länder auch weiterhin. Doch jetzt laufen erstmals alle Informationen von Bund und Ländern zusammen und werden auf einer gemeinsamen Plattform ins Internet gestellt. Die Verbraucher werden nun „noch effektiver informiert und gewarnt“, sagte Aigner in Berlin.

Anbindung an Twitter

Durch die Anbindung an den Internetdienst Twitter können sich die Verbraucher automatisch über neue Warnungen informieren lassen, sagte Helmut Tschiersky-Schöneburg, der Präsident des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Es besteht zudem die Möglichkeit, sich speziell über Meldungen aus bestimmten Bundesländern informieren zu lassen.

Von den Landesbehörden werden im Durchschnitt insgesamt zwei bis fünf Lebensmittelwarnungen im Monat herausgegeben. Derzeit werden in dem neuen Portal rund 30 gesundheitsgefährdende Produkte aufgeführt, unter anderem wird vor dem Verzehr einer „Frischen Schinken-Zwiebelmettwurst“ gewarnt, bei der mikrobielle Verunreinigungen festgestellt worden waren.

Vor einem Jahr bereits hatten die Länder die Einrichtung des Portals beschlossen. Der Skandal um Dioxin in Futtermitteln Anfang dieses Jahres hatte die Umsetzung des Vorhabens noch einmal beschleunigt. Technisch betreut wird die Plattform vom BVL, das zugleich für Warnungen vor Lebensmittel aus dem Ausland verantwortlich ist.