Die Bahn hat im Streit um Stuttgart 21 eine entscheidende Hürde genommen. Das Gutachten zum Stresstest für das Bauprojekt hat nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa die Leistungsfähigkeit des geplanten unterirdischen Durchgangsbahnhofs bestätigt.

In der noch unveröffentlichten Untersuchung der Schweizer Verkehrsberater sma heißt es: "Unsere Überprüfung der Simulationsergebnisse hat gezeigt, dass die geforderten 49 Ankünfte im Hauptbahnhof Stuttgart in der am meisten belasteten Stunde und mit dem in der Simulation unterstellten Fahrplan mit wirtschaftlich optimaler Betriebsqualität abgewickelt werden können."

Die vom Schlichter Heiner Geißler "geforderten anerkannten Standards des Eisenbahnwesens sind eingehalten".

Die dem Testat zugrundeliegende Computersimulation der Bahn sollte nachweisen, dass der neue Bahnhof zur Hauptverkehrszeit am Morgen 30 Prozent leistungsfähiger ist als der bestehende Kopfbahnhof. Die Bahn war bei ihrem Stresstest zu dem Ergebnis gekommen, dass die im Schlichterspruch geforderte Leistungsfähigkeit mit Nachbesserungen von 40 Millionen Euro erreicht werde.

Nach dem Ausstieg aus dem Stresstest-Dialog hat das Aktionsbündnis gegen „Stuttgart 21“ harsche Kritik an Geißler geübt. „Wir haben ihn als nicht mehr so neutral betrachtet wie im Laufe der Faktenschlichterphase“, sagte Bündnissprecherin Brigitte Dahlbender in Stuttgart.


Geißler sei den Gegnern des Projekts zwar „erheblich beigesprungen“, als er die Bahn dafür rügte, dass das Aktionsbündnis nicht an der Ausarbeitung des Stresstests beteiligt worden sei. Allerdings habe Geißler nicht die Konsequenz gezogen und der Bahn gesagt, dass dadurch eine der wesentlichsten Prämissen der Schlichtung verletzt worden sei.

APD/dpa/jm