Börsen-Bericht

Angst um Italien drückt Dax unter 7000 Punkte

Die Angst vor einem Übergreifen der Schuldenkrise auf Italien hat die Börsenkurse abstürzen lassen. In Mailand wurden Unicredit-Aktien vom Handel ausgesetzt.

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Der Dax ist in den ersten Handelsminuten unter 7.000 Punkte gefallen. Er verlor zeitweise über 200 auf 6.996 Punkte, bevor er sich wieder leicht erholte.

Gegen 11.00 Uhr notierte der Leitindex bei 7.056 Zählern. Die Aktienverkäufe gingen einher mit einem stark abwertenden Euro, der zu Dollar und Yen auf den tiefsten Stand seit vier Monaten abrutschte. Die Gemeinschaftswährung kostete am Morgen 1,3855 Dollar.

Gleichzeitig sind die Anleger in den Schweizer Franken geflohen. Mit 1,1609 Franken notierte der Euro deutlich unter dem Vortagesniveau von 1,1734 Franken. Händler begründeten die Flucht in den Franken auch mit dem Anstieg der Renditen am Anleihemarkt. So kletterten die Zinsen für die zehnjährigen italienischen Staatsanleihen über sechs Prozent und notierten damit so hoch wie noch nie seit der Euro-Einführung.

Aktie der Unicredit vom Handel ausgeschlossen

Die Börse in Mailand stürzte erneut ab. Der italienische Leitindex FTSE Mib der 40 führenden Aktiengesellschaften des Landes verlor in den Minuten nach Handelsstart vier Prozent und notierte am Morgen bei 17.569 Punkten. Vor allem die Aktien italienischer Banken verloren stark an Wert. Das größte italienische Finanzinstitut Unicredit etwa büßte 7,1 Prozent ein und wurde deshalb sogar vom Handel ausgesetzt.

Seit vergangener Woche fürchten die Händler an den Märkten, Italien könnte als nächstes Euro-Land wegen seiner hohen Schulden auf Milliardenhilfen seiner Nachbarn angewiesen sein. Die italienischen Banken halten besonders viele Staatsanleihen – weshalb sie an der Börse auch in den vergangenen Tagen schon drastisch an Wert verloren hatten.