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Winter ist die beste Jahreszeit für den Goldkauf

In der Krise setzen die Anleger verstärkt auf die vermeintlich sichere Währung Gold. Besonders im Winter lockt die Goldpreis-Rallye.

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Die heftigen Turbulenzen rund um Griechenland haben an den Börsen in der abgelaufenen Woche für überdurchschnittlich starke Schwankungen gesorgt. Trotz aller Bemühungen der Politik, die Lage in den Griff zu bekommen, bleibt ein hohes Maß an Unsicherheit. Nach Meinung zahlreicher Analysten dürfte davon vor allem der Goldpreis profitieren, der an den Kapitalmärkten den Ruf eines „sicheren Hafens“ genießt.

Dass dies nicht automatisch mit einer dauerhaft soliden Wertentwicklung verwechselt werden darf, ist in den vergangenen Monaten aber auch sehr deutlich geworden. Nachdem der Goldpreis im Zuge des Aktienmarkt-Crashs Anfang August noch kräftig zulegen konnte, folgten nur wenige Wochen später zwei heftige Abwärtsphasen.

Vom damaligen Jahreshoch bei gut 1900 US-Dollar ging es im ersten Anlauf innerhalb von nur drei Handelstagen um 200 Dollar oder mehr als zehn Prozent nach unten. Nach der anschließenden Erholung, bei der sogar noch einmal ein neuer Rekordstand markiert werden konnte, brach das Edelmetall richtig ein. Nach knapp drei Wochen stand unter dem Strich ein Minus von 20 Prozent.

Auslöser dieser Korrekturen war vor allem der Rückzug zahlreicher Spekulanten, die wegen der mehrfach angehobenen Sicherheitsleistungen an den Terminbörsen gezwungen waren, ihre Gold-Positionen zu verringern.

Dieser Negativeffekt scheint mittlerweile aber keine Rolle mehr zu spielen. Jedenfalls hat sich der Goldpreis in den vergangenen Wochen sukzessive wieder erholen können. Und das, obwohl zum Beispiel die Goldmünzenverkäufe in den USA im Oktober um 45 Prozent auf den niedrigsten Monatswert seit über einem Jahr zurückgegangen sind.

An den Argumenten für mittelfristig weiter steigende Notierungen hat sich in den vergangenen Wochen kaum etwas geändert. Für Gold sprechen zum Beispiel die negativen Realzinsen, die das Edelmetall trotz fehlender Verzinsung vergleichsweise attraktiv machen.

Händler steigern Absatz um fast 50 Prozent

In der Historie hat der Goldpreis in einem solchen Umfeld meist sehr gut abgeschnitten. Hinzu kommen die sich immer weiter zuspitzende Schuldenkrise (Stichwort „sicherer Hafen“) und die expansive Politik der Notenbanken. Weil nach den USA jetzt auch die Europäer verstärkt Anleihen kaufen und die Leitzinsen senken, fürchten Analysten langfristig eine steigende Inflation. Ein Szenario, in dem Gold traditionell stark nachgefragt wird.

Das Interesse der Anleger ist aber schon jetzt geweckt. Beim Online-Händler Pro Aurum sind die Goldverkäufe seit Jahresbeginn um 47 Prozent gestiegen. Bei einem Zuwachs an Privatkunden von 60 Prozent gehen die Edelmetall-Spezialisten davon aus, dass Gold in den kommenden 24 Monaten zunehmend als „Volks-Investment“ wahrgenommen wird. Dazu passt, dass laut einer aktuellen Analyse der Postbank jeder achte Deutsche mit Blick auf die Altersvorsorge in Gold investieren will. Damit rangiert das Edelmetall noch vor der staatlich geförderten Riester-Rente.

Banken bleiben optimistisch

Die Banken zeigen sich für die Entwicklung der Feinunze in den kommenden Monaten verhalten optimistisch. Die Kursziele für Ende 2012 liegen größtenteils zwischen 1800 und 2000 Dollar. Das wäre gegenüber dem aktuellen Stand ein Anstieg zwischen zwei und 14 Prozent.

Wem das nicht ausreicht, der kann etwaige Zuwächse mit Knock-out-Produkten hebeln, sodass im Erfolgsfall überproportionale Gewinne winken. Um sich bei solchen Spekulationen nicht um Währungseinflüsse kümmern zu müssen, empfehlen sich sogenannte Quanto-Scheine, bei denen die Euro/Dollar-Entwicklung dank einer Währungssicherung keine Rolle für den Kursverlauf spielt.

Fazit: Mit währungsgesicherten Knock-out-Scheinen können risikofreudige Anleger auf eine Fortsetzung der Gold-Rallye setzen. Neben den schon lange bekannten Argumenten spricht auch die Jahreszeit für eine baldige Wiederaufnahme des Aufwärtstrends. Gerade in den letzten zehn Jahren konnte der Goldpreis zwischen November und Januar im Durchschnitt überproportional stark zulegen. Klar sein muss aber auch, dass es an der Börse keine immer gültigen „Regeln“ gibt und im schlimmsten Fall sogar der Totalverlust drohen kann.