Der Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll für Deutschland ist kurz nach seinem Start in Frankreich von Atomkraftgegnern aufgehalten worden. In der Nähe von Caen in der Normandie hätten sich vier Atomkraftgegner an die Gleise gekettet, sagte ein Polizeisprecher. Insgesamt seien rund 30 Aktivisten an der Aktion beteiligt. Sicherheitskräfte seien vor Ort. Nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace gehören die Demonstranten zur französischen Gruppe „Groupe d'actions non-violentes antinucléaires“ (GANVA, deutsch: Aktionsgruppe nicht gewalttätiger Atomkraftgegner).
GANVA zufolge wurde der Zug bereits um 15.40 Uhr gestoppt. Die Gruppe habe ein Spruchband entrollt, auf dem auf deutsch und englisch stand: „Unser Widerstand kennt keine Staatsgrenzen! Castor 2010: Die Erste... to be continued!"
Der Schwerlastzug mit den elf Spezialbehältern hatte erst um 14.20 Uhr den Bahnhof von Valognes verlassen. Der Zug transportiert elf Behälter mit Atommüll von der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague. Er ist auf dem Weg in das niedersächsische Gorleben.
In der Nähe des deutschen Zwischenlagers werden am Wochenende die größten Anti-Atom-Demonstrationen seit Jahrzehnten mit mehr als 30.000 Menschen erwartet. Die Organisatoren der Anti-Atom-Kampagne „Castor schottern“ wollen trotz der Warnungen der Polizei Steine aus dem Gleisbett der Transportstrecke entfernen. „Auf jeden Fall wird noch am Sonntag mit dem Schottern begonnen“, sagte ein Sprecher im Wendland. „Der Castor wird nicht durchkommen.“
Die Polizei hat angekündigt, die Gruppe besonders im Auge zu behalten. Mittlerweile haben etwa 1500 Einzelpersonen und mehr als 280 Gruppen den Internet- Aufruf der Kampagne unterzeichnet. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg will gegen alle Unterzeichner Ermittlungsverfahren einleiten.
dpa/AFP/cn















