Die niederländische Popstar Bobby Farrell – die einstige Galionsfigur der Band Boney M. – ist tot. Der 61-jährige starb Donnerstagmorgen in seinem Hotelzimmer in der russischen Großstadt Sankt Petersburg, teilte sein Agent John Seine in Amsterdam mit.

Farrells Tod sei ein großer Schock. „Über die Ursache wissen wir noch nichts, aber Bobby hat sich am späten Mittwochabend nicht gut gefühlt“, sagte Seine. „Vorher hat er noch in Sankt Petersburg mit der Band ein erfolgreiches Konzert gegeben, bei dem alles normal lief.“ Der Tanzstar habe am Donnerstag mit seiner Band „Boney M featuring Bobby Farrell“ weiter nach Italien reisen wollen.

Die Polizei in Sankt Petersburg bestätigte einem lokalen Internetportal den Tod eines Niederländers. Der Mann sei gegen 9 Uhr in seinem Hotelzimmer gefunden worden. Eine erste Untersuchung habe keine Hinweise auf einen gewaltsamen Tod ergeben.

Der auf der niederländischen Karibikinsel Aruba geborene Roberto Alfonso Farrell gehörte zu den schillerndsten Figuren der Popszene. Auch in Deutschland war er zusammen mit Boney M. sehr populär.

Farrell war der einzige Mann bei Boney M., neben ihm standen noch die Sängerinnen Marcia Barrett, Liz Mitchell und Maizie Williams auf der Bühne. In den 70er-Jahren feierte die Band mit HIts wie „Rivers of Babylon“, „Brown Girl in the Ring“ und „Daddy Cool“ große Erfolge.

Tatsächlich sangen nur Leadsängerin Mitchell und Kollegin Barrett. Farrell durfte auf der Bühne lediglich die Lippen bewegen – Formations-Gründer Frank Farian sprach und sang seine Stimm-Anteile. Das räumte Farian aber erst im Jahr 2003 ein. Farrell, so erklärte Farian, sei vor allem wegen seiner Ausstrahlung und Bühnenpräsenz in die Gruppe gebracht worden.

Farrell hatte lieber selber singen wollen und war daher 1982 für rund zwei Jahre aus der Gruppe ausgeschieden: Reggie Tsiboe hatte ihn ersetzt. Nach Farrells Rückkehr machten Boney M. erst einmal als Quintett weiter.

Farrell hatte seine Karriere in Holland als Discjockey und Tänzer begonnen. 1976 hatte ihn Farian zu Boney M. geholt. Nach der Hitwelle in den 70er-Jahren veröffentlichten Boney M. 1984 zu fünft unter anderem „Kalimba de Luna“ und den „Happy Song" – aber sie konnten an ihre alten Erfolge nicht anknüpfen.

dpa/AFP/memo