Die niederländische Popstar Bobby Farrell – die einstige Galionsfigur der Band Boney M. – ist tot. Der 61-jährige starb Donnerstagmorgen in seinem Hotelzimmer in der russischen Großstadt Sankt Petersburg, teilte sein Agent John Seine in Amsterdam mit.
Farrells Tod sei ein großer Schock. „Über die Ursache wissen wir noch nichts, aber Bobby hat sich am späten Mittwochabend nicht gut gefühlt“, sagte Seine. „Vorher hat er noch in Sankt Petersburg mit der Band ein erfolgreiches Konzert gegeben, bei dem alles normal lief.“ Der Tanzstar habe am Donnerstag mit seiner Band „Boney M featuring Bobby Farrell“ weiter nach Italien reisen wollen.
Die Polizei in Sankt Petersburg bestätigte einem lokalen Internetportal den Tod eines Niederländers. Der Mann sei gegen 9 Uhr (Ortszeit) in seinem Hotelzimmer gefunden worden. Eine erste Untersuchung habe keine Hinweise auf einen gewaltsamen Tod ergeben.
Bobby Farrell wurde am 6. Oktober 1949 als Alfonso Farrell auf Aruba geboren. Er kam für die Musikkarriere nach Europa und wurde in Deutschland zunächst DJ. Neben den Sängerinnen Liz Mitchell, Maizie Williams and Marcia Barrette, die alle ebenfalls aus der Karibik stammten, wurde er 1974 als einziger Mann für Boney M. ausgewählt, die mit "Daddy Cool", "By the Rivers Of Babylon" oder "Sunny" bis heute gespielte Hits landeten. Farrell war bei Boney M. lange Jahre vor allem Tänzer. Den männlichen Gesangspart übernahm Produzent Frank Farian. Aus Unzufriedenheit hierüber stieg er 1982 aus der Band aus - und 1984 zum Comeback wieder ein. Bis heute traten die Boney M. Stars in der Regel getrennt auf, nutzen aber alle den Namen mit, was zu Streitereien führte.
Den Discosound der 70er behielt Farrell bei - und auch skurrile Kostüme. 2010 hatte er eigentlich ein neues Album herausbringen wollen, es erschien aber nur die Single "Bamboo Song". "Ich möchte, dass meine Musik dafür sorgt dass sich Menschen gut fühlen und süße Erinnerungen haben", schrieb er auf seiner Website. Nun bleiben nur noch die Erinnerungen.
dpa/sh












