Neuer Pick-Up

Jetzt kommt der VW für Abenteurer und Eskimos

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Thomas Geiger

Wolfsburg entdeckt den Pick-Up neu. Zwölf Jahre nach Einstellung des Toyota-Lizenzbaus Taro bringt VW einen neuen Pritschenwagen für den Weltmarkt. Der Allrader ist rundherum liebevoll gestaltet und für den Namen haben die Niedersachsen sich besondere Mühe gegeben. Er stammt aus der Sprache der Inuit.

In Mitteleuropa spielen sie zwar nicht einmal eine Nebenrolle. Doch im Rest der Welt zählen Pick-Ups zu den erfolgreichsten Fahrzeugen überhaupt. Vor allem in den aufstrebenden Märkten in Südamerika und Asien, aber auch in Afrika und natürlich noch immer auch in Nordamerika führt an den großen Pritschenwagen kein Weg vorbei.

Als erster europäischer Hersteller bringt nun VW einen neuen Laster ohne Lifestyle-Allüren an den Start. Der Amarok wird produziert in einem VW-Werk in Argentinien, und auch der Verkauf beginnt Anfang 2010 zunächst in Südamerika. Schon nächsten Sommer allerdings soll es den Wagen auch in Europa geben. Zu den Preisen schweigt sich VW noch aus. Da es Extras wie die sechs Airbags und das ESP in manchen Ländern nur gegen Aufpreis gibt, könnte der Amarok dort für umgerechnet deutlich weniger als 20.000 Euro zu haben sein. Bei uns dagegen wird er wohl eher um 25.000 Euro kosten.

Zugeschnitten auf Konkurrenten wie Toyota Hilux, Mitsubishi L200 und Nissan Navarra spielt der schmucke Lastkarren in der Ein-Tonnen-Klasse: Je nach Form der Kabine bis zu 5,25 Meter lang, knapp zwei Meter breit und dank Allradantrieb auf allen Um- und Abwegen zu Hause, ist auf der 1,55 Meter langen und 1,62 Meter breiten Pritsche sogar der Transport einer quer geladenen Euro-Palette, die mit rund 1 100 Kilogramm bepackt sein darf, möglich.

Unter der Haube setzt VW auf zwei moderne Common-Rail-Diesel aus Golf & Co: Starten wird der Amarok mit einem 163 PS und 400 Nm starken Zweiliter, dem im Sommer eine Version mit 122 PS und 340 Nm folgen wird. Bei Verbrauchswerten von zum Teil kaum mehr als sieben Litern und einem 80 Liter großen Tank ermöglichen sie Reichweiten über 1 000 Kilometer – im Outback oder im Urwald ist das ein beruhigendes Gefühl.

Übertragen wird die Kraft je nach Markt und Modell wahlweise an die Hinterachse, mit einem zuschaltbaren oder einem permanenten Allradantrieb, der auf Wunsch mit Geländeuntersetzung und Hinterachssperre kombiniert wird. Damit, so versprechen die Niedersachsen, kämpft sich der Amarok durch dick und dünn.

Für ein Nutzfahrzeug ungewöhnliche liebevoll ist das Design, das mit seinem vollflächigen Kühler und den scharf geschnittenen Scheinwerfern die Verwandtschaft mit Golf und Polo betont. Selbst für den Namen haben die Niedersachsen viel Hirnschmalz verbraten: Amarok stammt aus der Sprache der in Nordkanada und Grönland lebenden Inuit und steht dort für den Wolf.

Das Wappentier der Wolfsburger gilt den Eskimos als König der Wildnis und beeindruckt durch seine Kraft und Robustheit, seine Ausdauer und seine Überlegenheit, sagt Nutzfahrzeug-Chef Stephan Schaller: „Dieser Name passt hervorragend zu den Eigenschaften unseres Pickup“.

Obendrein ist die Bezeichnung zumindest in den romanischen Ländern doppeldeutig: Auf Hauptmärkten wie Brasilien und Argentinien bedeutet sie wörtlich „er liebt Steine“, was zum Allradantrieb und der Geländetauglichkeit passen soll.

Aber egal ob Brasilien, Belgien oder Bangladesch: Anders als der Golf oder der Passat wird der Amarok überall auf der Welt gleich heißen, sagt Schaller: „Schließlich wird es kaum einen anderen Volkswagen geben, der auf so vielen Märkten angeboten wird. Deshalb war uns eine weltweite Präsenz und Akzeptanz des Namens wichtig.“