Mit einer Hybridsystemleistung von 124 PS Fahrspaß haben? Da ist zunächst ein Fragezeichen erlaubt. Zumal wenn man die Erfahrungen mit dem – vorsichtig formuliert – betulichen Hybriden Honda Insight berücksichtigt, auf dessen leicht modifizierter Plattform der am 6. Juni zu Preisen ab 21.990 Euro startende CR-Z basiert. Die Erwartungen an den neuen Honda sind also zunächst nicht allzu hoch. Aber immerhin, statt des 1,3-Liter-Benziners des Insight mit 88 PS hat der CR-Z ein 1,5-Liter-Aggregat mit 114 PS an Bord. Der Elektromotor, der zwischen Motor und Getriebe platziert ist, bringt zusätzliche 14 PS – ergibt zusammen die Systemleistung von 124 PS, die beim Hybriden niicht durch reines Addieren ausgerechnet werden kann.

Also Schlüssel umdrehen, den Start-Knopf drücken und den ersten Gang einlegen. Anders als sonst bei Hybridfahrzeugen üblich, verzichtet der CR-Z übrigens zugunsten einer Sechsgang-Schaltung auf eine Automatik, das ist ein Novum. Nun noch den Fahrmodus Sport aktiviert und los geht’s. Dabei nutzt der CR-Z den Elektromotor wie einen kleinen Kompressor, um die Maschine beim Beschleunigen zu unterstützen. Der 1,5-Liter-Benziner beschleunigt dementsprechend flott und dreht Honda typisch hoch, die Gänge flutschen durch die Schaltgassen und von Betulichkeit oder Antrittsschwäche ist nichts zu merken. Hier machen sich die zusätzlichen vom Elektromotor beigesteuerten 78 Newtonmeter Drehmoment positiv bemerkbar, so dass insgesamt 174 Nm Drehmoment zur Verfügung stehen. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ist auf der Autobahn schnell erreicht und wird von einem überraschend satten Motorsound begleitet.

Der kompakte Sportler macht aber nicht nur auf geraden Schnellstraßen eine gute Figur. Enge Kurven nimmt er dank eines straff abgestimmten Fahrwerks spielerisch. Zudem ist im Sportmodus die Gasannahme direkter und die Lenkung reagiert schneller. Und das Schöne daran: Man sieht die ganze Zeit rot, denn die Tacho-Beleuchtung ist rot hinterlegt. Die Instrumentenanzeigen sind zudem gut lesbar, der Blick wird durch eine tunnelartige Führung besonders auf den großen digitalen Tacho gelenkt.

Wechselnd man in die Modi Normal oder Econ, leuchtet der Geschwindigkeitsmesser blau. Eine besonders zurückhaltende Fahrweise im spritsparenden Econ-Programm wird sogar mit grüner Beleuchtung angezeigt. Der Durchschnittsverbrauch soll dann bei fünf Litern (117 g/km) liegen. Bei sportiverer Nutzung des Gaspedals fließt aber deutlich mehr Treibstoff durch die Leitungen.

Der CR-Z ist ein Hingucker und erinnert mit seiner Formgebung an den legendären CRX aus den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und greift dessen Stilelemente wie die leicht geneigte Dachlinie und das steil abfallende Heck auf. Das Interieur unterscheidet sich wohltuend vom Insight. Die Materialauswahl ist hochwertiger, die Haptik gut. Das Platzangebot für die Frontpassagiere ist zufriedenstellend, eine Kontaktaufnahme durch Berührung der Ellenbogen aber vorprogrammiert.

Auf der Rückbank können zur Not Kinder im Vorschulalter sitzen, am besten man nutzt die Sitzgelegenheit aber gleich als Ablage für Mantel, Tasche und Einkäufe. Oder legt die Rücksitzbank um, dann erweitert sich das Kofferraumvolumen von 225 auf 401 Liter und taugt so für das Reisegepäck eines Paares. Empfehlenswert ist die mittlere Komfortausstattung, die ab 22.990 Euro kostet und über Nebelscheinwerfer, einen Aluminium-Lederschaltknauf, ein Leder-Multifunktionslenkrad mit Audiofernbedienung, Aluminium-Sportpedale, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie abgedunkelte hintere Scheiben verfügt. Ein reichhaltiges Zubehörangebot steht zur weiteren Individualisierung und zur Steigerung des sportlichen Auftritts des CR-Z bereit.

Sicherlich: Für den Fahrspaß käme auch ein kleiner und leistungsstarker Turbo mit viel Drehmoment in Frage. Aber mangels Verfügbarkeit nutzt Honda geschickt seinen Antriebs-Baukasten und spielt damit die Öko-Karte fürs gute Gewissen aus. Und außerdem wissen wir jetzt: Hybrid muss nicht immer nur ökologisch korrekt daher kommen, sondern darf auch ein wenig sexy sein.

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