Genfer Autosalon

Mit seinem neuen Kombi will Ford Europa erobern

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Thomas Geiger

Den neuen Focus hat Ford schon vor zwei Monaten in Detroit vorgestellt. Jetzt steht seine besonders in Deutschland beliebte Kombi-Variante auf der Automesse in Genf. Der Turnier ist gewachsen, verbraucht aber bis zu 20 Prozent weniger. Und in einem Bereich nimmt er es sogar locker mit Mercedes oder BMW auf.

Die Premiere im Januar auf der Motorshow in Detroit war nur das Vorspiel. Nachdem Ford jenseits des Atlantiks vor allem das viertürige Stufenheck des neuen Focus ins Rampenlicht gerückt hat, stehen auf der Automesse in Genf die für Europa sehr viel wichtigeren Varianten im Blickpunkt: Zum ersten Mal gibt es nicht nur den offenen Fünftürer zu sehen und – wichtiger noch – dreht sich am Lac Leman auch der neue Turnier im Scheinwerferlicht. Mit einem Zulassungsanteil von mehr als 50 Prozent ist er die in Deutschland bedeutendste Karosserievariante.

Zwar gibt es ein knappes Jahr vor der für Anfang 2011 avisierten Markteinführung noch keine Details zu Länge und Ladevolumen. Doch braucht es nicht viel Fantasie, um die zwei Handbreit zu erkennen, um die der Turnier seine beiden Brüder überragt. Weil beim Generationswechsel außerdem die Plattform ein wenig gewachsen ist, dürfte der neue Kombi mehr Platz bieten als der Alte, der mit 482 bis 1 525 Litern in der Liste stand. Dazu gibt es eine serienmäßige Dachreling und erstmals eine Heckklappe, die sich automatisch schließt.

Unter der Haube hält das Konzept des Downsizing in der Kompaktklasse von Ford Einzug. Nachdem sie schon bei S-Max und Galaxy auf die EcoBoost-Motoren umgestellt haben, gibt es nun auch hier einen 1,6-Liter mit Direkteinspritzung und Lader, der mehr Leistung bei weniger Verbrauch verspricht. Das gilt auch für die neuen Diesel, sodass der neue Focus im Schnitt zwischen zehn und 20 Prozent weniger verbraucht als sein Vorgänger.

Auch im Turnier ist dabei die Motorenauswahl breit: zwei EcoBoost-Benziner mit 150 oder 180 PS, ein konventioneller 1,6-Liter, den Ford mit 105 oder 125 PS anbietet, ein Zwei-Liter-Diesel mit 115, 140 oder 163 PS sowie ein 1,6-Liter-Selbstzünder mit 95 oder 115 PS stehen in der Liste.

Ähnlich ambitioniert wie die neue Motorenfamilie klingt die Liste der Ausstattungsdetails, die allerdings nur für einen ordentlichen Aufpreis zu haben sind. Doch wer das Heer der elektrischen Helfer sieht, wähnt sich beinahe bei Mercedes oder BMW. Neben einem elektronischen Blick in den Toten Winkel bieten die Kölner auf der Focus-Plattform eine Hilfe bei der Spurführung, ein Radarsystem, das die Geschwindigkeit und den Abstand zum Vordermann konstant hält und bei Gefahren auch eine Notbremsung einleitet, eine Kamera, die Verkehrszeichen erkennt und ein System, das automatisch das Fernlicht aktiviert. Und wie eh und je gibt es natürlich auch den Schusselschutz für alle jene, die an der Tankstelle gerne mal zur falschen Zapfpistole greifen.

Bis der neue Kombi in den Handel kommt, dauert es zwar noch fast ein Jahr. Ungeduldige können sich jedoch schon nach den Sommerferien ein eigenes Bild machen. Dann startet der neue C-Max und seinem siebensitzigen Bruder Grand C-Max. Er steht nicht nur auf der gleichen Plattform wie der Focus, sondern nutzt auch die gleichen Motoren und Assistenzsysteme.