Kompaktklasse

Ford Focus schließt beim Sparen zum VW Golf auf

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Thomas Geiger

Im Lauf des nächsten Jahres soll die neue Generation des Focus auf den Markt kommen. Doch schon im Frühjahr bringt Ford mit der Version Econetic II seinen sparsamsten Kompaktwagen aller Zeiten. Er macht sogar dem Golf Blue Motion den ersten Platz auf der Sparer-Hitliste streitig.

Obwohl Ford seinen aktuellen Focus spätestens in einem Jahr durch einen Nachfolger ablösen wird, setzen die Kölner ihren Bestseller zum kommenden Frühjahr noch einmal auf verschärfte Diät. Seine letzte Runde dreht der Kompaktwagen in einer verschärften Sparversion als Econetic II.

Musste der erster Öko-Focus noch ohne Start-Stopp-Automatik auskommen und sich deshalb mit einem Verbrauch von 4,3 Litern plagen, geht der Motor im neuen Modell nun an der roten Ampel von alleine aus und bei Grün selbstständig wieder an, so dass endlich die ersehnte Drei vor dem Komma steht.

Noch wichtiger: Auch beim CO2-Ausstoß knacken die Ingenieure die 100er-Marke und schließen zum bisherigen Sparmeister der Kompaktklasse auf: Gemeinsam mit dem Golf Blue Motion liegt der Focus nun bei 99 g/km.

Unter der Haube bleibt es beim 1,6-Liter-Diesel mit 109 PS und 240 Nm, der innermotorisch optimiert wurde und deshalb noch weniger Widerstände überwinden muss.

Zwar hört man dafür jetzt wieder ein deutliches Brummen aus den Eingeweiden, doch weil zudem Bremsenergie in der neuen Batterie zurück gewonnen wird, das Getriebe länger übersetzt ist und die Motorsteuerung neu programmiert wurde, ist der Wagen jetzt mit 3,8 Litern zufrieden.

Das sind immerhin 0,5 Liter weniger als bei der ersten Ausgabe. Dennoch wird der Sparer nicht zur Schnecke: Natürlich würde ihm ein sechster Gang gut zu Gesicht stehen, und ein wenig mehr Anzugskraft wären auch kein Fehler: Doch 10,9 Sekunden bis Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 191 km/h sind in der Kompaktklasse nicht schlecht.

Zum Sparen braucht es neben der Technik allerdings auch einen verantwortungsvollen und vorausschauenden Fahrer. Weil es daran bisweilen noch ein wenig mangelt, haben die Kölner einen Öko-Trainer im Cockpit integriert: Wie ein kleines Computerspiel animiert ein Display zwischen Tacho und Drehzahlmesser zu frühem Hochschalten, Weitsicht und gemäßigtem Tempo und belohnt den Einsatz mit sprießenden Blumen.

Die Preise für den Econetic der zweiten Generation beginnen zwar bei 21.600 Euro, sind aber auf den ersten Blick eine Mogelpackung. Denn dafür gibt es den Focus ohne Start-Stopp-System und deshalb mit einem Verbrauch von 4,0 Litern und einem CO2-Ausstoß von 104 g/km.

Wer wirklich sparen will, muss deshalb erst einmal 500 Euro mehr bezahlen, bekommt dann aber auch die Zwei-Zonen-Klimaautomatik und Dämmglas mit dazu. „Damit schmilzt der Aufpreis für das Start-Stopp-System auf nur rund 50 Euro“, rechnet Ford-Sprecher Hartwig Petersen vor – schon mit einer gesparten Tankfüllung kann man diese Investition bereits wieder herausfahren.

Noch haben die Kunden bei den Spartechnologien die Wahl. Doch mittelfristig wollen die Kölner stärker knausern denn je: Schließlich soll der CO2-Ausstoß der weltweiten Flotte bis 2020 im Schnitt um fast ein Drittel sinken. Der Focus Econetic und die Start-Stopp-Automatik sind da wohl nur der Anfang.