Eine bezahlbare Wohnung zu finden, ist für Normalverdiener in Berlin mittlerweile auch in den Außenbezirken zu einem fast unmöglichen Unterfangen geworden.

Die rot-rot-grüne Regierungskoalition ist angetreten, die Lage der aktuellen und künftigen Mieter zu verbessern. Für Sozialmieter und für diejenigen, die in den Beständen der landeseigenen Wohnungsbaukonzerne leben, wird sich durchaus etwas verbessern. Aber damit konzentriert die Koalition ihre Bemühungen auf eine gute halbe Million Bürger – und lässt die anderen drei Millionen im Regen stehen.

Denn eine entscheidende Stellschraube für die Entlastung des Wohnungsmarktes hat sich verkantet. Der Neubau droht abgewürgt zu werden durch ständig steigende Anforderungen an private Bauherren. Dass die Zahl der Baugenehmigungen im ersten Quartal 2017 zurückgegangen ist, ist ein Alarmsignal, auch wenn Investoren weiter Grundstücke kaufen und auf bessere Zeiten spekulieren. In den nächsten Monaten und Jahren werden in der Konsequenz deutlich weniger Wohnungen fertig, als eigentlich notwendig wären. Denn auch die höheren Zahlen des Vorjahres waren ja noch nicht ausreichend, um den Bedarf zu decken.

Die Strategie, beim Neubau allein auf die sechs landeseigenen Wohnungsgesellschaften und zum Teil auf Genossenschaften zu setzen, greift zu kurz. Die öffentlichen Konzerne haben schlicht nicht die Mittel, um die Nachfrage der vielen Zehntausend Menschen zu befriedigen, die jedes Jahr nach Berlin strömen. Die Zeche zahlen vor allem die normalen Familien. Denn zwischen dem teuren Markt mit Mieten von zwölf Euro aufwärts und dem subventionierten Segment mit 6,50 Euro pro Quadratmeter entsteht so gut wie nichts in Berlin. Wenn es nicht gelingt, hier Abhilfe zu schaffen, würgt Rot-Rot-Grün die Entwicklung Berlins ab.

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