Neuer Flughafen

Nachtflüge am BER müssen sein

Rot-Rot-Grün streitet um das Nachtflugverbot am BER. Doch Berliner sind auf gute Flugverbindungen angewiesen, meint Joachim Fahrun.

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Wir bauen unter größten Schmerzen einen neuen Flughafen. Milliarden Steuergelder fließen in das wichtigste Infrastrukturprojekt der Region. Die Bürger erwarten zu Recht, dass sich der BER nach seinem Start nicht als Fass ohne Boden entpuppt, das dauerhaft mit Staatssubventionen nachgefüllt werden muss. Zudem entwickelt sich Berlin zu einer modernen Weltstadt. Viele Menschen sind auf möglichst vielfältige Flugverbindungen angewiesen, um ihre Firmen nach vorne zu bringen und ihre Projekte umsetzen zu können.

Vor diesem Hintergrund spielt die Debatte über eine Ausweitung des Nachtflugverbots am neuen Flughafen. Die Befürworter längerer Ruhestunden zwischen 22 Uhr und sechs Uhr schöpfen neue Hoffnung, seit sich Linke und Grüne anschicken, Teil der Berliner Koalition zu werden. Beide Parteien haben längere Nachtruhe am BER versprochen. Die SPD/Linke-Regierung in Brandenburg drängt schon lange darauf.

Dieser Front steht Berlins SPD mit dem Ausscheiden der CDU aus dem Senat nun allein gegenüber. Sie verteidigt die Flugzeiten, die bei Einschränkungen in den Randzeiten Starts und Landungen zwischen fünf und 24 Uhr erlauben. Die Sozialdemokraten sollten sich hüten, von ihrer Haltung abzuweichen. Wer die Flugzeiten zu stark einschränkt, gefährdet den wirtschaftlichen Erfolg des BER, hemmt die Entwicklung der Wirtschaft und macht sehr vielen Berlinern das Leben schwer.

Die Anwohner werden durch ein Lärmschutzprogramm so geschützt, dass es in geschlossenen Räumen ziemlich leise ist. Wenn das funktioniert, sollte es unerheblich sein, ob man um fünf oder um sechs Uhr morgens fast nichts hört von den Fliegern. Wer weiter entfernt lebt, wird sich mit dem Rauschen der Jets arrangieren, so wie das die Anwohner von Tegel getan haben und wie es Zigtausende Berliner tun, die an Hauptverkehrsstraßen wohnen.