Gewalt gegen Polizisten

Tumulte in Wedding und Gesundbrunnen: Mehr Respekt!

Bei zwei normalen Einsätzen werden Polizisten attackiert und beleidigt. Die Polizei muss hart durchgreifen, meint Christine Richter.

Die Soldiner Straße in Gesundbrunnen

Die Soldiner Straße in Gesundbrunnen

Foto: pg/lrei / dpa-Zentralbild

Es sind ganz normale Polizeieinsätze gewesen. Fall Nummer eins: Am vergangenen Montagabend werden Polizisten von Anwohnern gerufen, weil im Soldiner Kiez in Wedding Kinder in einem Auto spielen und den Wagen sogar starten. Die Beamten kommen und erkennen den einen Jungen, einen elfjährigen (!) polizeibekannten Mehrfachtäter.

Als sie ihn ansprechen, wird er sofort aggressiv, die Situation eskaliert, als erst die Mutter des Jungen, dann bis zu 70 Menschen hinzukommen. Die Polizisten werden bedroht und angegriffen, sie müssen Pfefferspray einsetzen – und stellen später Strafanzeigen wegen Landfriedensbruchs, Beleidigung, versuchter Körperverletzung, versuchter Gefangenenbefreiung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

Fall Nummer zwei: Vor einem Friseurladen in Gesundbrunnen überprüft die Polizei am Donnerstag eine Frau wegen einer Ordnungswidrigkeit. Ein 23-Jähriger mischt sich ein, beschimpft die Polizeibeamten, schlägt einen von ihnen, nach und nach mischen sich mehr Menschen ein – die Polizisten werden schließlich von rund 30 Menschen bedrängt und bedroht. Sie setzen sich zur Wehr – mit jeder Menge Anzeigen wegen Landfriedensbruchs.

Es geht um unseren Rechtsstaat

Zwei normale Polizeieinsätze, aber das sind keine Kleinigkeiten, sondern hier geht es um uns, um unseren Rechtsstaat. Hier darf es auch kein Vertun geben: Die Polizei muss hart durchgreifen, sie, nicht den elfjährigen Jungen und seine Familie müssen wir schützen und verteidigen. Wer meint, in einigen Kiezen wie in Wedding gibt es rechtsfreie Räume, der irrt.

Die Politik und die Polizeiführung müssen bei solchen Einsätzen dafür sorgen, dass noch mehr Polizeibeamte anrücken, damit solch gefährliche Situationen für einzelne Beamten gar nicht erst entstehen.

Und wir alle müssen dafür sorgen, dass den Polizeibeamten mehr Respekt entgegengebracht wird. Egal wann, egal wo in Berlin.