Gleichberechtigung ist für die meisten Frauen in Deutschland heute eine Selbstverständlichkeit. Die Zeiten, in denen Frauen ohne Einwilligung der Männer nicht studieren, arbeiten, Auto fahren oder auch nur ein Konto eröffnen durften, sind in Deutschland glücklicherweise schon seit Längerem vorbei.

Bedenken, dass man Konsequenzen zu befürchten hätte, würde man öffentlich die Gleichberechtigung von Frau und Mann fordern, erscheinen in Deutschland absurd. Brauchen wir da überhaupt noch einen Internationalen Frauentag?

„Wir dürfen nicht vergessen, für unsere Rechte einzustehen“

Wie wenig selbstverständlich Gleichberechtigung ist und auch das Recht, diese einzufordern, zeigt ein Blick in die Nachrichten. Während am Sonntag eine Demonstration zum „Frauenkampftag“ friedlich durch Berlin zog, wurde in der Türkei eine ebensolche Veranstaltung gewaltsam aufgelöst. Aus vielen Ländern fliehen Frauen auch deshalb zu uns, weil sie hier frei leben können.

Wer heute in Berlin Frauen zur Gleichberechtigung befragt, hört unterschiedliche Ansichten. Eines aber sagen alle: Dass wir auch in einem so freien Land nicht vergessen dürfen, weiterhin für unsere Rechte einzustehen.

Denn auch heute sind Frauen und Männer in vielerlei Hinsicht auch in Deutschland nicht gleichberechtigt, etwa bei den Gehältern oder den Spitzenpositionen in Wirtschaft und Wissenschaft.

>>> Bildergalerie: Demonstration zum Weltfrauentag in Berlin <<<

Freiheiten zu erkämpfen, war noch nie bequem

Wie selbstverständlich unsere Freiheit geworden ist, zeigte auch die „Armlängen“-Diskussion nach den Übergriffen der Silvesternacht in Köln. Ja, Bewegungsfreiheit für Frauen zu garantieren, muss Aufgabe des Staates sein.

Sie immer wieder einzufordern, ist aber auch Sache jener, die auf sie angewiesen sind. Darüber sollten alle nachdenken, die Debatten zum Frauentag, zu Frauenrechten, Gleichberechtigung oder auch Armlängen nervig finden.

Freiheiten zu erkämpfen, war noch nie bequem. Aber noch viel nerviger ist es, wenn sie im Alltag plötzlich fehlen. Wenn die Freiheit, sich in der Öffentlichkeit so zu bewegen, wie man will oder auch öffentlich seine Meinung kundzutun, nicht mehr selbstverständlich ist. Darum ist ein Tag wie der 8. März nach wie vor so wichtig.