Kommentar

Neue Lehrerstreiks angekündigt - Wir brauchen Alternativen

Die angestellten Lehrer in Berlin wollen wieder streiken. Doch damit tragen sie ihr Anliegen auf dem Rücken der Schüler aus.

Jetzt ist es genug. Das werden wahrscheinlich viele Eltern denken, wenn sie hören, dass die angestellten Lehrer Berlins wieder streiken wollen. Und sie haben Recht. Seit drei Jahren geht das nun schon, immer wieder ist Unterricht ausgefallen, weil die Lehrer auf die Straße gegangen sind. Jedes Mal ohne Erfolg. So verständlich ihre Forderung auch ist, ebenso bezahlt zu werden wie ihre verbeamteten Kollegen – schließlich leisten sie die gleiche Arbeit wie diese –, so unverständlich ist inzwischen, dass es keinen anderen Weg dahin geben sollte als den Streik. Denn so viel steht fest: Mit Streiks tragen die Lehrer ihr Anliegen auf dem Rücken der Schüler aus. Die haben das Nachsehen, wenn noch mehr Unterricht ausfällt als das ohnehin schon der Fall ist.

Dabei gibt es Alternativen. „Bildet Berlin“, der Verein für Schulqualität, schlägt zum Beispiel vor, die Arbeitszeit der angestellten Lehrer abzusenken. Wer weniger Geld bekommt, der sollte auch weniger arbeiten, sagt der Vorsitzende des Vereins, Florian Bublys. Eine Reduzierung der Arbeitszeit würde außerdem dazu führen, dass die Lehrer weniger krank seien und weniger Unterricht ausfalle, argumentiert Bublys weiter. Seiner Meinung nach wären so gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Dass auch dieser Vorschlag zusätzlich kostet, versteht sich von selbst. Schließlich müssten, wenn die Arbeitszeit der angestellten Lehrer abgesenkt wird, mehr Pädagogen eingestellt werden. Trotzdem sollte über diese Alternative diskutiert werden. Streiks wären damit erst einmal vom Tisch.

Denkbar wäre aber auch ein anderer Weg. In Berlin geht es den angestellten Lehrern schließlich gar nicht schlecht. Seit Jahren bekommen sie schon bei Berufsantritt eine höhere Eingruppierung und damit mehr Gehalt als ihre angestellten Kollegen in anderen Bundesländern. Der Haken an dieser Reglung ist nur, dass sie lediglich bis zum Jahr 2017 festgeschrieben ist. Das aber könnte geändert werden. Es wäre ein deutliches Signal der verantwortlichen Politiker an die Lehrerinnen und Lehrer, wenn sie dafür sorgen, dass diese Zulage zum Regelfall wird.