Das ist doch mal eine Aussage: Berlins Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD) plant mittelfristig eine weitere Bahnlinie zwischen Berlin und Potsdam. Da die Zahl der Einwohner in den beiden Städten, vor allem in Berlin, weiter zunimmt, reiche eine Bahnverbindung nicht aus, sagte Geisel am Wochenende. Deshalb soll die alte Stammbahn, die parallel zur S-Bahn-Linie 1 zwischen Berlin und Potsdam verläuft und nach Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr in Betrieb genommen war, wieder belebt werden. Ein guter Plan.
Wer in Berlin und in Potsdam mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, merkt schon seit einiger Zeit, dass es immer voller wird. Auf den Straßen in und zwischen den Städten, auf der Stadtautobahn. Aber auch in den S- und U-Bahn-Zügen.
Fand man früher außerhalb des Berufsverkehrs noch einen Sitzplatz, sind viele Bahnen jetzt so gefüllt, dass man stehen muss – egal zu welcher Uhr- oder Jahreszeit. Ähnliches gilt für einige Straßenbahnen in Berlin.
Viel zu tun für die Verkehrsplaner der Stadt
Auch auf den Straßen steht man häufiger im Stau, nicht nur morgens oder am frühen Abend. Und da auch der Radverkehr in der Berliner Innenstadt deutlich zugenommen hat, wünscht man sich dringend eine neue, eine angepasste Verkehrslenkung. Beispielsweise neue Ampelschaltphasen – damit auf einer Rechtsabbiegerspur mal wieder mehr als ein oder zwei Autos abbiegen können.
Können die Autofahrer dies nämlich nicht, drängen alle auf die linke Spur, mit der Folge, dass es sich dort staut und die Grünphasen nicht für einen Verkehrsfluss sorgen. Kurzum: Es gibt für Verkehrsplaner in dieser Stadt und in der Region wahrlich genug zu tun.
Viel Zeit lassen sollten sich die politisch Verantwortlichen für ihre Vision von neuen Bahnlinien und Verkehrsverbindungen auch nicht. Pro Jahr wächst Berlin um rund 40.000 Menschen – unabhängig von den Flüchtlingen, die noch nach Deutschland kommen werden.
Nur ein Teil der Menschen wird auf das Auto umsteigen, viele werden zu Fuß, mit dem Rad oder eben mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein. Was heißt da schon mittelfristig? Zehn bis 15 Jahre sind bei Verkehrsprojekten in Deutschland eine wahrlich kurze Zeit.




