Entlang der S1

Senator Geisel für Radbahn zwischen Potsdam und Berlin

Senator Geisel ist offen für einen Radweg entlang der S1. Bald werde Berlin aber die Stammbahn wieder brauchen.

Alte Gleise der ehemaligen "Stammbahn"

Alte Gleise der ehemaligen "Stammbahn"

Foto: Ralf Hirschberger / ZB

Zwischen Berlin und Potsdam wird nach Einschätzung von Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD) langfristig eine weitere Bahnlinie benötigt. „Wenn Berlin und Potsdam wachsen, werden wir die Stammbahn in 10 bis 15 Jahren dringend wieder für den Bahnverkehr brauchen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Stammbahn, das ist eine aus preußischer Zeit stammende Eisenbahnstrecke, die parallel zur S-Bahn-Linie 1 verläuft. Nach 1945 war sie nicht wieder in Betrieb genommen worden.

Inzwischen aber wachse die Region immer stärker zusammen, auch im Wohnungsmarkt. Die Pendlerströme zwischen der Hauptstadt und ihrem Nachbarland nähmen in den kommenden Jahren deutlich zu, sagte Geisel. „Das werden wir nicht allein mit dem Auto bewältigen können.“

Der CDU-Kreisverband Steglitz-Zehlendorf hatte vorgeschlagen, auf der Stammbahn-Trasse einen Fahrrad-Schnellweg einzurichten. Gegen eine Zwischennutzung sei nichts einzuwenden, sagte Geisel. Er habe eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. „Wenn diese ergibt, dass das keinen Millionenbetrag kostet, den wir nach zehn Jahren wieder wegreißen, werden wir uns in diese Richtung bewegen“, kündigte der Verkehrssenator an.

Einen anderen, unter der U-Bahnlinie 1 vorgeschlagenen Radweg sieht er dagegen deutlich skeptischer. Die Pfeiler der U1 stünden an vielen Stellen nur 2,50 Meter auseinander. Pro Fahrrad-Fahrspur wäre daher ein Meter Platz. „Für einen Radschnellweg reicht das einfach nicht aus“, sagte Geisel. Auch hier werde es aber eine Machbarkeitsstudie geben.