Das Logo des neuen Medizinischen Versorgungszentrums für Tumorpatienten in Friedrichshain zeigt zwei ineinander verschlungene Ringe. Wer denkt da nicht sofort an Eheringe? Nein, wurde bei der Eröffnung des gemeinsamen Projekts von Charité und Vivantes augenzwinkernd versichert, so weit gehe die Liebe dann doch nicht.

Sprich: Eine Fusion der beiden Krankenhausbetriebe stehe nicht zur Debatte. Die würde auch wenig Sinn machen, das Universitätsklinikum und der kommunale Klinikkonzern haben unterschiedliche Aufgaben. Doch die Kooperationsprojekte, von denen es inzwischen etliche gibt, sind so richtig wie notwendig.

Die Initiative zu mehr Gemeinsamkeit ging nicht von den beiden Beteiligten aus. Vielmehr war es vor nunmehr fünf Jahren der Senat, der sie gewissermaßen zur Jagd trug. Zum einen sollte der in der Vergangenheit oft eher auf ein Gegeneinander gerichtete Kurs nachhaltig korrigiert werden, zum anderen sollten Synergien genutzt werden, um im notorisch finanziell klammen Land Berlin Kosten zu sparen. Beides funktioniert.

Berliner Patienten profitieren

In diesem Jahr beziffert der Senat den Einspareffekt aus der intensivierten Kooperation auf mehr als 45 Millionen Euro. Dazu trug insbesondere die deutschlandweit beachtete Zusammenlegung der Labore bei.

Mit dem ersten gemeinsamen Medizinischen Versorgungszentrum erreichte die Zusammenarbeit nun eine neue Stufe. Erstmals behandeln Charité und Vivantes zusammen Patienten. Das ist wahrlich ein ehrgeiziges Zukunftsprojekt, das letztlich auch nur deshalb verwirklicht werden konnte, weil die Chemie zwischen den Partnern stimmt. Die beiden Chefs, Andrea Grebe und Karl Max Einhäupl, gehen da mit gutem Beispiel voran.

Das Resultat ist eine Win-win-Situation. Vivantes bekommt den Standard universitärer Medizin, die Charité Menschen, die sie für klinische Studien und für die Anwendung innovativer Behandlungsmethoden benötigt. Damit gibt es einen dritten Gewinner: die Berliner Patienten.