Kater Holzig

„Bar 25“-Betreiber müssen noch Millionen sammeln

Die Bar 25 ist in Berlin eine Legende, bald soll es mit dem „Holzmarkt“ einen Nachfolger geben. Den Projektmachern fehlt noch viel Geld.

Foto: XAMAX / picture alliance / dpa

Das Holzmarkt-Projekt auf dem Gelände der ehemaligen Bar 25 in Berlin-Friedrichshain steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Von den bis April nötigen vier Millionen Euro Eigenkapital seien erst 1,5 Millionen akquiriert, heißt es in einem Schreiben der Holzmarkt-Genossenschaft an potenzielle Mitunterstützer, das am Montag bekanntwurde. „Es wird kohletechnisch eng.“

Die Holzmarkt-Genossenschaft um die Gründer des legendären Techno-Clubs Bar 25 hatten das Areal an der Holzmarktstraße 25 im Herbst von den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR) erworben. Die Kreativszene will auf dem Gelände ein alternatives Wohn-, Kultur- und Gewerbedorf errichten, im Frühsommer soll der Bau beginnen.

„18.000 Quadratmeter Fläche stehen zur kulturellen Verfügung und möchten bespielt werden, an Ideen und guten Leuten mangelt es nicht“, heißt es in dem Rundschreiben, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. „Was wir wieder mal brauchen, ist Geld!“ Andernfalls könnte es Schwierigkeiten geben, bei den Banken genügend Kredite zu bekommen.

Ein Genossenschaftsanteil kostet 25.000 Euro

46 Genossen konnten die Holzmarkt-Initiatoren nach eigenen Angaben bislang für das Projekt gewinnen. Um die vier Millionen Euro Eigenkapital zusammenzubekommen, seien aber mehr Unterstützer notwendig, erklärten die Szene-Bewirtschafter, die gegenwärtig den Klub „KaterHolzig“ auf der gegenüberliegenden Spreeseite betreiben. Ein Genossenschaftsanteil am Holzmarkt-Projekt kostet 25.000 Euro.

„Das Schreiben ist ein Aufruf, kein Hilferuf“, sagte Christoph Klenzendorf vom „KaterHolzig“. Auch mit den bereits gesammelten 1,5 Millionen Euro könne man schon anfangen zu bauen. Zudem hätten diverse Investoren aus der Wirtschaft ihr Interesse an einem Einstieg signalisiert. Man suche aber Genossen, kein „Großkapital“, betonte Klenzendorf.

Kommt nicht deutlich mehr Geld zusammen, kommen die Kreativleute vielleicht dennoch um eine Kooperation mit der Wirtschaft nicht herum. „Das schließen wir nicht aus“, sagte Klenzendorf. Schon die Bar 25 hatte in späteren Jahren mit großen Unternehmen kooperiert, etwa mit dem Sportartikelhersteller Adidas. Kommerz-Vorwürfe aus der Szene waren die Folge.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.