Berlin

Das sind die besten Fahrrad-Trends für Berliner Radler

Das E-Bike liegt bei der Beliebtheit immer noch vorn. Aber es verdrängt nicht den traditionellen Antrieb. In Berlin wurden jetzt die neuen Trends für das Fahrradjahr 2015 vorgestellt.

Foto: Amin Akhtar

Das Fahrrad ist mehr als ein praktisches Fortbewegungsmittel. Es ist wahlweise auch Sport- und Spaßgerät und taugt in leuchtenden Farben oder schnittigem bis witzigen Design auch als Statussymbol. "Der Radweg ist der neue Catwalk", sagt Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad dann auch halb im Scherz, als er in der Kalkscheune die Neuheiten für den Fahrradfrühling 2015 vorstellt und dabei besonders die Innovationen bei E-Bikes hervorhebt. Die Berliner werden die neuen Modelle Ende März auf der VeloBerlin in den Messehallen unterm Funkturm sehen können.

E-Bikes haben sich längst vom Bieder-Image als Antriebshilfe für Senioren befreit und sind der neue Trend beim Radfahren, sagt Fehlau, der mit seinem Dienst 50 Vereine, Firmen und Institutionen rund ums Fahrrad vertritt. Mehr als 1,5 Millionen dieser elektrisch betriebenen Räder seien schon in Deutschland unterwegs, jährlich würden etwa 400.000 davon verkauft. Tendenz steigend, so Fehlau.

Auch Radwanderer und Mountainbiker hätten inzwischen die Vorteile des E-Bikes erkannt und spielten mit den Möglichkeiten. Fast alles, was es als Normalversion gibt, kommt nun auch als E-Bike auf den Markt. Es gibt elektrisch angetriebene Holland- oder Familienräder mit Kinderanhänger, Mountainbikes oder auch Fatbikes mit extra dicken Reifen.

Ein Trend, auf den sich auch die Berliner Fahrradhändler einstellen, sagt Bernhard Klose, Obermeister der Zweiradmechaniker-Innung Berlin. "Schließlich sind E-Bikes auch die einzige Art von Elektromobilität, die wirklich funktioniert", sagt Klose. Die Zweiradmechaniker-Innung biete inzwischen Fortbildungen für Azubis, Gesellen und Meister ihrer Branche an. Weil ein vernünftiges E-Bike allerdings mindestens 2000-2500 Euro koste, Preisspanne nach oben offen, werde es die Modelle ohne Motor nicht vom Markt verdrängen.

Räder für jedes Bedürfnis, jeden Typ

Der Markt differenziert sich demnach immer mehr. Es gibt inzwischen Räder für jedes Bedürfnis, jeden Radlertyp. Eine Palette, die der Handel abbilden müsse, um zum Beispiel eine Familie bedienen zu können, sagt Klose. Das könnten eigentlich nur noch Großhändler leisten. Er befürchte, dass das zu einem Sterben der kleinen Fahrradhändler führen könnte. Christian Breitkreuz, Sprecher der IHK Berlin sieht das etwas anders. "Wie in allen Branchen, gibt es den Großhandel und daneben eine extreme Spezialisierung kleinerer Läden, die mehr auf Lifestyle und ein besonderes Image abzielen, um überleben zu können." Das sei auch bei den 548 Fahrrad-Großhändlern und 138 -Einzelhändler in Berlin zu beobachten.

Die neuen Räder zeichnen sich durch verbesserte Technik bei Schaltung und Bremsen, die teils aus dem Profisport nun auch in der Serienproduktion ankommt, Design und leichtere Handhabung aus. Innovative Materialien wie zum Beispiel Carbon machen die Räder leichter und stabiler. Während Rennräder auf das Minimum reduziert und aufrüstbar sind, haben sich bei Reiserädern gut beladbare, haltbare Modelle und Klappräder etabliert. Statt Fahrradketten gibt es auch Zahnriemen, die nicht rosten und nicht gefettet werden müssen. Und natürlich gibt es auch noch jede Menge praktische Accessoires wie Fahrradtaschen in allen Größen als Sixpack für Reisen und als minimalistisches Anklemmtäschchen für den Tagesausflug, es gibt mobile Gepäckträger, Ökosattel, Radrucksäcke speziell für Frauen und stylische Fahrradhalter für die Wohnung. Wer keinen Helm tragen möchte, kann eine Art Kragen mit Airbagfunktion tragen, der sich bei einem Sturz wie eine Haube um den Kopf schließt.

Teures Vergnügen

"E-Bikes sind der neueste Trend, bleiben aber einer von vielen", sagt Innungsmann Klose. Sie sind recht schwer und sind deshalb nicht für die S-Bahn oder eine Unterbringung in der Wohnung im 4. Stock geeignet. Dafür schaffen sie 40 bis 50 Kilometer Strecke bevor sie neu aufgeladen werden müssen. Die neuen Räder von Flyer, Haibike oder Riese & Müller kosten allerdings auch 3000-5000 Euro. Es gibt daneben aber auch immer noch das gute alte Cityrad, das in der stylischen Variante "Aruba" mit braunem Rahmen und hellen Reifen urbanen Schick verbreitet und mit 699 Euro zu den günstigeren Modellen zählt.

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