ARD-Krimi

Aus für Eva Mattes - Der SWR setzt den Bodensee-Tatort ab

Seit 2002 ermittelt die Berliner Schauspielerin als Klara Blum in Konstanz. Noch vier Fälle, dann wird sich der Sender nach einem neuen „Tatort“ orientieren. Eva Mattes bedauert das. Aber nur halb.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Und wieder dreht sich das „Tatort“-Karussell: Nachdem eben Boris Aljinovic seinen Abschied als Berlin-Kommissar gegeben hat und als nächstes die Leipziger Simone Thomalla und Martin Wuttke ihre Dienstmarke abgeben, wurde am Dienstag nun auch das Aus für das Bodensee-Team Eva Mattes und Sebastian Bezzel verkündet. Allerdings nicht mit sofortiger Wirkung: Zwei Folgen sind bereits abgedreht, im nächsten und übernächsten Jahr soll noch je eine Folge produziert werden. 2016 ist dann aber, nach 14 Jahren, Schluss.

Gnädige Galgenfrist

Das ist immerhin ein deutlich kulanterer Abschied als in Leipzig und Berlin. In Baden-Württemberg geht man offensichtlich gnädiger mit seinen Schauspielern um. Und bietet eine Galgenfrist. „Wir haben“, sagt SWR-Fernsehdirektor Christoph Hauser, „mit großem zeitlichen Vorlauf beschlossen, weil die Schauspieler sich jetzt in ihren Planungen darauf einstellen können.“ Auch der Sender habe dann „genügend Zeit“, sich über die Entwicklung des Tatorts „Gedanken zu machen“.

Zeit, Neues zu erobern

Ursprünglich sollte der Konstanz-Krimi reformiert werden. Dafür wurden verschiedene Varianten durchgespielt. Am Ende hat wohl keine überzeugt. Nun denkt der SWR über einen ganz neuen „Tatort“ nach. Eva Mattes bedauert den Abschied: „Es ist aber an der Zeit, vom Ermitteln Abschied zu nehmen und wieder Neues zu erobern.“ Die Fans werden es verschmerzen: Der Konstanzer „Tatort“ gilt als einer der schwächsten und liegt auch quotenmäßig meist hinter der Konkurrenz. Der letzte Fall allerdings, „Winternebel“, hatte trotz schlechter Kritiken 9,42 Millionen Zuschauer.