Der Streit um das Rentenpaket bringt die Koalition ins Wanken – und bei „Markus Lanz“ zeigt sich, wie sehr Friedrich Merz um Autorität ringt. CDU-Fraktionsvize Sepp Müller verteidigt den Kanzler entschlossen. Er könne dem Rentenpaket I zustimmen, weil der Kanzler ihm ein zweites versprochen habe. Lanz dagegen fragt fast ungläubig: „Warum glauben Sie ihm das?“ Müller antwortet: „Ich nehme ihm das Versprechen ab.“ Genau daran entzündet sich der Abend.
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„Taz“-Autorin Ulrike Herrmann kritisiert: „Merz hat noch nie regiert“
Denn dieses Ringen um Vertrauen prägt die gesamte Woche. Am Freitag steht die Abstimmung an, und ausgerechnet die Linksfraktion kündigt eine Enthaltung an. „Das ist das dritte Mal, dass die Linke Merz rettet“, sagt Ulrike Herrmann, Wirtschaftsredakteurin der „taz“. Die Hürde sinkt – politisch aber wächst der Druck. Merz hatte versprochen, die Mehrheit aus eigener Kraft zu organisieren.
Herrmann geht noch weiter: „Man sieht, dass Merz noch nie regiert hat.“ Die junge Gruppe der CDU habe „nicht verstanden, wie Koalitionsarbeit funktioniert“. Und in einem Wahljahr, das 2026 ansteht werde eine Rentenreform „immer toxisch“ sein. 70 Prozent der Deutschen wollten keine Veränderung, sagt sie. Gerade im Osten würden verunsicherte Rentner „von der AfD regelrecht eingesammelt“.
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„Das ist doch gaga“ – Streit um Haltelinie, Mütterrente und Glaubwürdigkeit
Lanz konzentriert sich auf Müller. Der sagt: „Ich lese das genauso wie die Junge Gruppe“, gemeint sind künftige Haushaltsrisiken in Höhe von 120 Milliarden Euro. Trotzdem will er für das Paket stimmen – wegen Merz’ Zusage eines zweiten Rentenpakets. Lanz insistiert wieder und wieder: „Sind Sie noch nie enttäuscht worden?“ Müller weicht aus. „Es geht darum, dass wir das Generationsversprechen einhalten.“

Als Lanz die Haltelinie anspricht, wird dieser deutlich: „Ich lese keinen einzigen Ökonomen, der das gut findet. Das ist doch gaga.“ Müller widerspricht mit Verweis auf seine Heimat: „Meine Mutti in Sachsen-Anhalt bekommt sehr wenig Rente.“ In strukturschwachen Regionen mache die Mütterrente „einen Unterschied“. Doch auf die Frage nach der Glaubwürdigkeit des Kanzlers bleibt er unklar.
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Unterhemd-Einspieler: Merz verspottet Habeck und prüft später dasselbe Modell
Ein Einspieler zeigt Friedrich Merz, der Robert Habecks Vorschlag einer Sozialabgabe auf Kapitalerträge verspottet: „Das kommt davon, wenn man im Unterhemd in der Küche sitzt.“ Nun aber prüfe die Union dieselbe Idee. „Wie passt das zusammen?“, fragt Lanz. Müller sagt: „Die Rentenkommission muss über alles beraten.“
Veit Medick, Politikchef des „Stern“, ordnet das nüchterner ein. „Teile der Fraktion trauen ihm nicht zu, dass er liefert.“ Die SPD klammere sich an ihr letztes Thema, die CSU stehe unter Druck von rechts, und die CDU werde „von der AfD geschoben“. Für ein unpopuläres Rentenpaket II seien die Bedingungen „katastrophal“.
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Pleitgen über US-Interessen in der Ukraine: „Da ist extrem viel Geld zu verdienen“
Dann öffnet sich der Blick nach außen. Frederik Pleitgen, CNN-Korrespondent, beschreibt die laufenden Ukraine-Friedensgespräche zwischen den USA und Russland. „Die Russen rechnen sich aus, dass sie wenig geben müssen“, sagt er. Und: „Es geht für die Amerikaner auch um ein Geschäft. Beim Wiederaufbau der Ukraine ist extrem viel Geld zu verdienen.“
Lanz zeigt Bilder des Besuchs von dem amerikanischen Gesandten und Immobilienunternehmer Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner in Moskau. „Das sieht aus wie ein gemütlicher Business-Termin“, sagt er. Pleitgen ergänzt: „Ich glaube schon, dass Witkoff große Hochachtung vor Putin hat.“ Der Kremlchef habe die Delegation „stundenlang warten lassen“ und dann über den Roten Platz führen lassen – klassische Machtdemonstration.
Eine eingespielte Rede demonstriert die angespannte Lage. „Wir haben nicht vor, mit Europa zu kämpfen“, sagt Putin – und droht gleichzeitig mit Nuklearwaffen. Herrmann hält das für „leere Drohungen“, weil Russland in der Ukraine „gar nicht vorankommt“. Pleitgen widerspricht vorsichtig: „Ich wäre mit ‚leer‘ sehr vorsichtig.“ Seit Trump Russland Avancen mache, würden die Europäer „als Problem markiert“.




![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)



